Das Landgericht Köln hat die Klage des Marktplatz-Betreibers Hood.de vorerst ausgesetzt. Die Richter wollen zunächst abwarten, wie das Bundeskartellamt in diesem Fall entscheidet. Hood klagt gegen die Preisparitätsklausel von Amazon, laut der Marktplatz-Händler ihre Waren im Internet nirgendwo günstiger anbieten dürfen als bei Amazon. Hood.de sieht sich durch die Klausel benachteiligt, da man keine günstigeren Preise bieten kann. Das Kartellamt ist daher ebenfalls aktiv und äußert sich voraussichtlich im Herbst zum Sachverhalt.
Otto-Gruppe meldet 50 Prozent mehr Gewinn
Die finalen Zahlen zum Geschäftsjahr 2012/2013 (Stichtag: 28. Februar) der Otto-Gruppe liegen nun vor. Der gesamte Konzern hat 11,8 Mrd. Euro Umsatz eingefahren – eine Steigerung um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unterm Strich steht ein Gewinn von 388 Millionen Euro (EBIT). Das entspricht einem satten Plus von 50 Prozent. Im Jahr zuvor war der Gewinn noch kräftig eingebrochen.
Verantwortlich für das Wachstum war vor allem das starke Handelsgeschäft. Der Multichannel-Einzelhandel spielt 10,06 Mrd. Euro Umsatz herein (+0,2 Prozent), das EBIT kletterte in diesem Bereich von 59 Mio. Euro im Vorjahr auf 209 Mio. Euro. Der Online-Anteil an den Einnahmen hat sich dabei weiter vergrößert. Mittlerweile machen die Online-Umsätze 57 Prozent des Versandumsatzes aus. Mit E-Commerce generiert die Otto-Gruppe über mehr als 60 Webshops weltweit 5,7 Mrd. Euro Umsatz (+7,5 Prozent).
Neben dem Handelsgeschäft haben sich auch die anderen beiden Geschäftsfelder des Otto-Konzerns – Finanzdienstleistungen und Service/Logistik – positiv entwickelt.
Amazon: Erste Streiks in Bad Hersfeld und Leipzig
Die Beschäftigten zweier Logistik-Standorte von Amazon Deutschland haben am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Auch die Mitarbeiter in anderen Städten, darunter München, Nürnberg, Stuttgart, Mannheim, Darmstadt, Essen und Düsseldorf, sind vorübergehend mit Streikkundgebungen und Demonstrationen auf die Straße gegangen. Die Gewerkschaft Verdi spricht von mehreren Tausend Streikenden.
Mit den Tagesstreiks wollen die Amazon-Mitarbeiter die Geschäftsführung an den Verhandlungstisch zwingen: Die Belegschaft der beiden Standorte fordert eine Bezahlung auf Tarifniveau für den Einzel- und Versandhandel sowie tarifliche Zuschläge für Nachtarbeit, Sonn- und Feiertage sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Bisher weigert sich Amazon, Tarifverhandlungen aufzunehmen.
Am Standort Bad Hersfeld arbeiten insgesamt 3300 Mitarbeiter, in Leipzig sind es 2000. In Urabstimmungen hatten sich zuvor etwa 97 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder von Verdi für Streiks entschieden.
Amazon Strathwood: Dritte Eigenmarke startet in Deutschland
Amazon bringt nach Kindle und AmazonBasics auch seine Gartenmöbel-Reihe "Strathwood" nach Deutschland. Momentan umfasst das Sortiment der Eigenmarke unter Amazon.de/strathwood etwa 35 Produkte – vom Schirmständer für 39 Euro bis zum Esstisch für 499 Euro.
Amazon verrät auf Nachfrage, dass man das Angebot mit der Zeit erweitern will – im US-Shop wird bereits deutlich mehr Auswahl geboten. Ob noch andere Eigenmarken in Planung sind, dazu möchte der Händler keine Auskunft geben. Durch Eigenmarken können sich Händler mit exklusiven Produkten von der Konkurrenz absetzen und bessere Margen erzielen (siehe dazu unsere Analyse in Ausgabe 16/2012).
Rajapack wächst: Verpackungsspezialist möchte weiter expandieren
Die Raja-Gruppe hat 2012 einen Gesamtumsatz von 411 Millionen Euro generiert. Das entspricht einem Mini-Plus von knapp ein Prozent (Vorjahr: 408 Mio. Euro). Damit hat man das ursprüngliche Ziel von sieben bis acht Prozent Wachstum verfehlt. Dennoch gibt sich die Raja-Gruppe zuversichtlich und will mit dem Konzernumsatz schon 2014 die 500-Millionen-Euro-Grenze knacken. Die Expansion in neue Märkte und eventuell auch Zukäufe sollen das Wachstum fördern.
Der B2B-Verpackungsspezialist verweist im Jahr 2012 auch mit Rajapack in Deutschland auf ein wachsendes Geschäft, ohne jedoch auf Anfrage konkrete Zahlen zu nennen. Insgesamt ist man in 15 Ländern Europas aktiv. Erst 2012 kam Rajapack Schweden hinzu.
Media-Saturn steigert Online-Umsatz um 60 Prozent
Die Media-Saturn-Holding hat ihren weltweiten Gesamtumsatz im ersten Quartal 2013 um zwei Prozent auf 5,1 Mrd. Euro steigern können. In Deutschland gab es ein Plus von 5,1 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro (flächenbereinigtes Wachstum: 3,4 Prozent), was die Konzernmutter Metro unter anderem mit einem "dynamischen Wachstum im Online-Handel" begründet.
Das Multichannel-Angebot von Media-Markt und Saturn erfreue sich "nach wie vor einer hohen Nachfrage". Über E-Commerce konnte die Media-Saturn-Holding einen internationalen Gesamtumsatz von 281 Mio. Euro im ersten Quartal 2013 generieren, was einem Plus von 60,6 Prozent zum Vorjahresquartal entspricht.
Mit den Online-Shops von Media-Markt, Saturn und Online-Pureplayer Redcoon wurden damit erstmals mehr als fünf Prozent vom Gesamtumsatz erzielt. Das EBIT vor Sonderfaktoren hat sich um sechs Mio. Euro verbessert, liegt aber nach wie vor bei tiefroten -14 Mio. Euro.
quelle.de reloaded: Neuer Online-Shop startet Anfang Mai
In zwei Tagen wird die Otto-Gruppe ihrem Online-Portal quelle.de neues Leben einhauchen. So startet am 2. Mai ein neuer Quelle-Shop, den die Hanseaten bereits im vergangenen Herbst in Aussicht gestellt hatten. Im Shop soll es rund 300.000 Produkte geben, der Sortimentsschwerpunkt wird auf den beiden Katagorien Technik und Wohnen liegen.
Verkaufen wollen die Hanseaten ausschließlich Produkte von anderen Versandhändlern aus der Otto-Gruppe. Sitz der neuen Quelle GmbH ist beim Baur-Versand in Burgkunstadt, die Geschäftsführer sind Albert Klein. Dieter Uschold und Achim Güllmann. Der ehemalige Quelle-Chef Tim von Törne gehört damit nicht mehr zum Team, wie wir bereits berichtet hatten.
Nach der Quelle-Insolvenz hatte sich die Otto-Gruppe die Markenrechte gesichert und auf quelle.de einen Online-Marktplatz gestartet, dem von Beginn an wichtige Alleinstellungsmerkmale gefehlt hatten. Nach gut einem Jahr wurde das Konzept daher bereits verworfen, weil die Umsatzpläne verfehlt worden sind.
Otto verspricht beim zweiten Neustart von quelle.de ein "durchdachtes Online-Marketing-Konzept". Nach dem Neckermann-Flop könnte der Otto-Gruppe ein Online-Coup nicht schaden.
Amazon Deutschland: Streiks bahnen sich an
Im Amazon-Logistikzentrum im hessischen Bad Hersfeld stehen die Zeichen auf Streik, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Bei einer Urabstimmung haben demnach 97,6 Prozent der Verdi-Mitglieder dafür gestimmt, ihre Arbeit niederzulegen. Die Gewerkschaft fordert eine besser Bezahlung. Amazon kontert, dass man Mitarbeiter gut bezahle. Ein Streik sei in der zweiten Mai-Woche möglich. Im April hatten bereits Mitarbeiter im Amazon-Logistikzentrum im Leipzig für Streiks gestimmt, bis jetzt ist es dazu aber nicht gekommen.
Amazon-Bilanz: Umsatz rauf, Gewinn runter
Der US-amerikanische E-Commerce-Riese Amazon hat im ersten Quartal 2013 einen Umsatz in Höhe von 16,07 Mrd. US-Dollar eingefahren. Das entspricht einem Plus von 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Q1/2012: 13,18 Mrd.). Der Löwenanteil vom Quartalsumsatz wurde mit 13,27 Mrd. US-Dollar erneut über Produktverkäufe generiert (+ 18 Prozent), weitere 2,79 Mrd. Dollar wurden über das Service-Geschäft eingenommen (+44 Prozent).
Die Zahlen verdeutlich, dass Umsatz und Wachstum bei Amazon an erster Stelle stehen. So hat sich das operative Ergebnis im Jahresvergleich von 192 Mio. auf 181 Mio. Dollar leicht verschlechtert (-6 Prozent), der Gewinn ist von 130 Mio. auf 82 Mio. US-Dollar deutlich geschmolzen (-37 Prozent).
Die Umsatzrendite aus dem operativen Geschäft beträgt gerade einmal 1,1 Prozent, die Umsatzrendite vor Steuern liegt bei 0,5 Prozent (jeweils bezogen auf den Gesamtumsatz). Geld verdienen will Amazon wohl erst, wenn man den Markt besetzt hat.
Bechtle: Mehr Umsatz im ersten Quartal
Das Wachstum beim IT-Ausrüster Bechtle geht auch im ersten Quartal 2013 munter weiter. Allerdings fällt das Ergebnis deutlich schwächer aus, als im Vorjahreszeitraum.
Die Bechtle AG hat vorläufige Zahlen zum Quartalsgeschäft veröffentlicht. Der Umsatz ist demnach in den ersten drei Monaten 2013 um fünf Prozent auf 514 Mio. Euro geklettert. Damit hält der B2B-Händler das aus dem Geschäftsjahr 2012 gemeldete Wachstum konstant.
Das operative Ergebnis sinkt allerdings im Vergleich zum ersten Quartal 2012 von 17,2 Mio. Euro auf nunmehr 14,5 Mio. Euro. Die endgültigen Zahlen will die Bechtle AG am 14. Mai vorlegen.
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