Der Versandhaus-Blog von Markus Howest

Gutes Auslandsgeschäft: B2B-Händler TAKKT wächst profitabel

30.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Der B2B-Versandhändler für Geschäftsausstattung, TAKKT, ist im ersten Halbjahr 2015 profitabel gewachsen. Nach einem verhaltenen Jahresauftakt in Europa entwickelte sich das Geschäft dort im zweiten Quartal 2015 positiver, meldet das Unternehmen. Organisch, d.h. bereinigt um Währungs-, Akquisitions- und Desinvestitionseffekte, stiegen die Konzernumsätze um 4,5 Prozent. "Das erste Halbjahr 2015 entwickelte sich wie erwartet. Wir sind auf einem guten Kurs, unsere selbst gesteckten Ziele für das laufende Jahr zu erreichen", kommentiert Felix Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der TAKKT AG.

Insgesamt stieg der berichtete Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2015 um 7,4 Prozent auf 506,0 (471,3) Millionen Euro. Im zweiten Quartal wuchs TAKKT organisch um 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, während sich berichtet ein Anstieg des Konzernumsatzes um 9,0 Prozent auf 253,6 (232,7) Millionen Euro ergab.

Takkt, B2B-Versandhändler

Die Rohertragsmarge lag mit 42,9 (43,2) Prozent leicht unter dem Vorjahresniveau. Ursache für den Rückgang war unter anderem der höhere Anteil von TAKKT AMERICA am Konzernumsatz. Einen positiven Effekt hatte der Wegfall der Umsätze von Topdeq und der Plant Equipment Group (PEG), die im Vorjahreszeitraum eine deutlich unterdurchschnittliche Rohertragsmarge erwirtschafteten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag im ersten Halbjahr 2015 bei 78,4 (69,0) Millionen Euro, die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 15,5 (14,6) Prozent. Der Ertrag aus dem Verkauf der PEG hatte im ersten Halbjahr einen positiven Einmaleffekt auf die Profitabilität des Konzerns. Bereinigt um diesen Ertrag hätte die EBITDA-Marge 14,8 Prozent betragen. Der TAKKT-Cashflow (definiert als Periodenergebnis plus Abschreibungen, Wertminderungen auf langfristiges Vermögen und erfolgswirksam verbuchte latente Steuern) lag im ersten Halbjahr 2015 bei 59,1 (50,6) Millionen Euro.

TAKKT EUROPE: Organisches Wachstum im zweiten Quartal

Der Umsatz des Geschäftsbereichs TAKKT EUROPE ging im ersten Halbjahr 2015 organisch leicht um 0,4 Prozent zurück. Der berichtete Umsatz mit 259,3 (262,4) Millionen Euro lag um 1,2 Prozent niedriger. Bereinigt um die Entwicklung in der Schweiz, wo die Geschäfte aufgrund eines starken Schweizer Franken und einer damit einhergehenden Investitionszurückhaltung der Unternehmen deutlich rückläufig waren, hat das Segment im Berichtszeitraum einen leichten organischen Umsatzzuwachs im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 erzielt. Mit Blick auf die Sparten des Geschäftsbereichs erreichte die Packaging Solutions Group (PSG) im ersten Halbjahr eine organische Wachstumsrate im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der Umsatz in der Business Equipment Group (BEG) ging währungsbereinigt im niedrigen einstelligen Prozentbereich zurück. Als Spezialist für Betriebs-, Lager- und Büroausstattung war die BEG stärker von der Entwicklung der konjunkturellen Rahmenbedingungen in Europa beeinflusst. Das EBITDA des Geschäftsbereichs ging auf 50,0 (52,1) Millionen Euro zurück, die EBITDA-Marge betrug 19,3 (19,8) Prozent.


TAKKT AMERICA: Anhaltend gute Geschäftsentwicklung

Der Umsatz des ersten Halbjahrs 2015 stieg im Geschäftsbereich TAKKT AMERICA organisch um 11,6 Prozent. Die in die Berichtswährung Euro umgerechneten Umsätze des Geschäftsbereichs stiegen aufgrund des gestiegenen US-Dollar-Kurses trotz des Wegfalls der PEG-Umsätze um 18,1 Prozent auf 246,9 (209,0) Millionen Euro. Innerhalb des Geschäftsbereichs entwickelten sich sowohl die im April neu erworbene Gesellschaft Post-Up Stand als auch die Gesellschaft Central sowie die Sparte Office Equipment Group (OEG) im ersten Halbjahr jeweils mit einem organischen Umsatzanstieg im deutlich zweistelligen Bereich besonders erfreulich. Die Specialties Group (SPG) wuchs organisch im hohen einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA verbesserte sich auf 32,8 (22,2) Millionen Euro, die EBITDA-Marge stieg auch durch den Wegfall des wenig profitablen PEG-Geschäfts auf 13,3 (10,6) Prozent. Bereinigt um den Einmalertrag aus dem Verkauf der PEG lag die Marge des Segments bei 11,9 Prozent.


Ausblick: TAKKT hält an Prognose fest

Nachdem sich die Werte der Einkaufsmanagerindizes für Europa über das erste Halbjahr hinweg verbessert haben und die Branchenindikatoren in den USA weiter auf ein gutes Geschäftsklima hindeuten, rechnet der Vorstand weiterhin mit dem Eintreten der zu Beginn des Jahres prognostizierten Entwicklung. TAKKT-CFO Claude Tomaszewski gibt einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr: "Wir erwarten für 2015 weiterhin ein organisches Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent und eine EBITDA-Marge im oberen Bereich des selbst gesteckten Korridors von 12 bis 15 Prozent. Damit wird die Profitabilität über dem Niveau des Geschäftsjahres 2014 liegen. Wir bestätigen daher das Prognoseszenario aus unserem Geschäftsbericht 2014."

Die erwarteten soliden Zahlen hatten die DZ Bank veranlasst, den fairen Wert für Takkt von 19,00 auf 19,50 Euro anzuheben und die Einstufung auf "Kaufen" zu belassen. 

TAKKT hatte zudem jüngst den britischen Online-Händler für Betriebsausstattung, BiGDUG Ltd., übernommen. BiGDUG ist ein führender Online-Händler von Betriebsausstattung mit Schwerpunkt Lagerung und Regale mit über 250.000 Kunden in Großbritannien und rund 20.000 Produkten.

 

 

Conversion-Retter: Jeder vierte Mittelständler will Website personalisieren

29.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Jeder vierte Mittelständler (27 Prozent) plant, seine Website zu personalisieren. Besucher und Kunden sollen je nach Interessen und Verhalten individuelle Angebote erhalten, wenn sie auf der Unternehmenswebsite oder dem Onlineshop surfen. Der Großteil der Marketing-Entscheider (39 Prozent) kennt zwar die Möglichkeiten zur individuellen Nutzeransprache, nutzt sie aber nicht. Das ergibt die aktuelle Studie „Webanalyse und Website-Personalisierung in Deutschland“ der etracker GmbH. Für die Studie befragte der Marktforscher Research Now 200 Marketing-Entscheider in kleinen und mittleren Unternehmen.

Personalisierung
Aktuell setzt erst ein Viertel der Unternehmen (25 Prozent) Personalisierungsmaßnahmen auf ihren Websites ein. Am häufigsten zeigen Websitebetreiber Produkte oder Informationen, die zur Historie des Kunden passen (26 Prozent). Genauso beliebt sind Einblendungen für die Newsletter-Anmeldung und die namentliche Begrüßung des Kunden. 

Serviceorientierte Einblendungen werden derzeit noch selten genutzt. Nur zwei von zehn Befragten (17 Prozent) machen den Besucher aktiv auf Kontaktmöglichkeiten zum Unternehmen aufmerksam, wenn er beispielsweise auf der Seite herumirrt oder sich sehr teure, erklärungsbedürftige Produkte anschaut. Auch das sogenannte Exit-Intent-Verfahren wird erst von 12 Prozent der Befragten eingesetzt. Dabei bekommt der Besucher nützliche Angebote oder Informationen angezeigt, wenn er beabsichtigt, die Webseite zu verlassen. Immerhin: Kontaktaufnahme und Exit Intent gehören für 36 Prozent bzw. 38 Prozent der Befragten zu den interessantesten Anwendungsfällen von Website-Personalisierung.

„Die Ansprache von Besuchern auf der Website mithilfe personalisierter Einblendungen ist ein gutes Mittel, um Conversions zu retten. Eine hilfreiche Botschaft zum richtigen Zeitpunkt fördert außerdem die Kundenbindung“, erklärt Olaf Brandt, Geschäftsführer der etracker GmbH. 

Die Personalisierungsnutzer und -planer verwenden verschiedene technische Hilfsmittel, um dem Besucher auf ihn zugeschnittene Nachrichten oder Content zu präsentieren. Jeder dritte Marketing-Entscheider (29 Prozent) setzt Personalisierung mit Funktionalitäten im Content-Management- oder Shop-System um. Das Webanalyse-Tool verwenden 27 Prozent. Fast ebenso viele (26 Prozent) verlassen sich auf spezielle Personalisierungstools. Nur zwei von zehn Befragten (18 Prozent) programmieren die entsprechenden Maßnahmen selbst.

 

Der künftige Erfolg von Marketingmaßnahmen setzt einen Perspektivwechsel voraus: Nicht das Produkt, sondern der Nutzer in seinem Umfeld mit seinen aktuellen Bedürfnissen ist das Zentrum, um das alles kreist. Personalisierung ist nicht einfach nur ein Element, mit dem eine Website etwas aufgehübscht wird, sondern eine Business-Strategie. Diese Erkenntnis scheint sich langsam auch im Mittelstand durchzusetzen.

Menü-Lieferdienst Deliveroo auf Expansionskurs

28.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Deliveroo, der On-Demand-Lieferservice für Menüs, hat 70 Millionen Dollar in der letzten Finanzierungsrunde von Greenoaks Capital und Index Ventures und den bereits bestehenden Investoren Accel und Hoxton Ventures erhalten. Damit will der Lieferdient "die internationale Expansion beschleunigen".

Deliveroo, Lieferservice

Das 2013 gegründete Start-Up verspricht Kunden "die ultimative Lieferservice-Experience": Während die Mehrheit der Lieferservices nur "Online-Marktplätze für Imbisse mit eigenem Fahrer" seien, bietet Deliveroo die Lieferung "hochwertiger Menüs" in durchschnittlich 32 Minuten durch ein eigenes Team von Auto-, Roller- und Radfahrern.

Im Januar wurde die zweite Finanzierungsrunde auf 25 Millionen Dollar erhöht, nun folgt die dritte Finanzierungsrunde. Seitdem seien die täglichen Bestellungen um 500 Prozent gestiegen und eine Partnerschaft mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetem Restaurant, dem Trishna in London, entstanden. Seit Anfang des Monats gibt es auch eine eigene App. 

Als Teil der Investoren wird Benny Peretz von Greenoaks Capital Mitglied des Vorstands. "Es ist selten, dass ein Unternehmen so sehr von seinen Partner-Restaurants und Kunden geliebt wird", schwärmt Peretz.

 

In Deutschland ist Deliveroo momentan in Berlin und München aktiv - weitere Regionen sind geplant. Über 2.000 Restaurants liefern momentan über die Plattform, einschließlich Mädchenitaliener, Lily Burger, Good Friends, Dr. To's und Tommi's Burger Joint in Berlin und Ruff's, Il Mulino, The Victorian House, Tenno und Sal in München.

Tengelmann und Tchibo: Licht und Schatten im Multichannel-Handel

27.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Mit Personalisierung will die Tengelmann E-Stores GmbH ihre Onlineshops Plus.de und GartenXXL.de  pushen. Habe ein Online-Shopper seine Daten beispielsweise für den Newsletter hinterlegt, erwarte der Kunde auch entsprechend relevante Vorschläge. Andernfalls bestelle er aus mangelndem Interesse womöglich den Newsletter gleich wieder ab. „Um ganz vorn mitzuspielen, mussten wir uns von unserer bisherigen Lösung verabschieden. Für die Umsetzung eines erfolgreichen Online-Shops braucht es gezielte Produktempfehlungen“, begründet Nils Hommen, Projektmanager der Tengelmann E-Stores GmbH. Damit war klar, dass der Umfang dieses Projektes weit über einfaches Empfehlungsmarketing hinaus gehen musste.

Tengelmann, E-Stores

Dazu setzt der Handelskonzern die Personalisierungslösungen von RichRelevance ein, um um situationsbezogene Produktvorschläge in Echtzeit zu liefern und personalisierte Newsletter auf Basis des Kaufverhaltens auszuspielen.

Im Oktober 2014 hat sich der Tengelmann-Konzern von seiner Tochter Tengelmann E-Stores GmbH getrennt. Der Verkauf an Edeka wurde mit dem Ziel begründet, sie in die Organisation der EdekaTochter Netto Marken-Discount zu integrieren. „Unser Online-Shop hat unter dem Dach von Netto als Multichannel-Anbieter deutlich größere Marktchancen als heute als reiner Pure Player“, sagte Karl-Erivan W. Haub, geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann seinerzeit.

Tchibo mit Umsatzeinbußen

Doch auch Multichannel-Handel ist ein hartes Pflaster. Das bekommt auch einer der größten deutschen Multichannel-Händler Tchibo zu spüren. So ging laut Dachgesellschaft Maxingvest 2014 der Umsatz von Tchibo um 2,7 Prozent zurück, von 3.469 Mio. Euro auf 3.377 Mio. Euro. Maßgeblich für die Umsatzentwicklung waren insbesondere niedrigere Kaffeepreise und negative Auswirkungen u.a. aus Wechselkursen in Osteuropa. Zwar sei im Non-Food-Bereich das Online-Geschäft deutlich gewachsen. Die EBIT-Umsatzrendite war dennoch rückläufig mit einem EBIT von 191 Mio. Euro bei 5,7 Prozent (Vorjahr: 6,3 Prozent).

Tchibo, Multichannel-Händler

Für 2015 erwartet Tchibo ein leichtes Umsatzwachstum. Wachstumsbereiche sind der E-Commerce, Kaffee und Einzelportionssysteme. Aufgrund höherer Einkaufspreise für Rohkaffee und Non Food Artikel, insbesondere währungskursbedingt, sowie erhöhter Aufwendungen für Innovationen und Neueinführungen rechnet Tchibo aber auch hier mit einem EBIT "deutlich unter dem Vorjahresniveau".

Hitmeister baut Umsatz und Sortiment aus

23.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Der Online-Marktplatz Hitmeister hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2015 um 58 Prozent gesteigert. „Wir setzen auf solides Wachstum und eifern nicht Amazon, Alibaba & Co. nach“, betont Dr. Gerald Schönbucher, Geschäftsführer Hitmeister. Auch die
Zahl der aktiven Kunden sei deutlich gestiegen: Im ersten Halbjahr 2015 verzeichnete Hitmeister 230.000 aktive Kunden (Vergleichszeitraum 2014: 155.000). Monatlich hat das Kölner Internetkaufhaus derzeit um die zwei Mio. Besucher. Für das Gesamtjahr 2015 plant das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 40 Mio. Euro (2014: 26 Mio. Euro).

hitmeister

(Screenshot: hitmeister.de)

Die stückzahlstärksten Produktgruppen im Verkauf waren im ersten Halbjahr auch die Umsatztreiber: Der Bereich Garten & Baumarkt trug 30 Prozent bei, Küche & Haushalt folgte mit 20 Prozent und mit Möbeln erwirtschaftete Hitmeister 15 Prozent des Gesamtumsatzes. Aktuell generiert das Internetkaufhaus 35 Prozent des Umsatzes über den Direktverkauf.

Im Gegenzug achte Hitmeister darauf, seine mehr als 4.500 Händler "nicht mit aggressiven Direktverkaufsstrategien zu brüskieren". Schönbucher: „Wir wollen unsere Händler nicht verprellen oder aus dem Geschäft drängen. Laut Preisvergleichsmaschinen gehören wir oftmals zu den günstigsten Anbietern. Aber wir haben nicht den Anspruch, immer der billigste zu sein." Der Fokus liege auch auf Service: mit einem einfachen und schnellen Verkaufsprozess mit einer großen Auswahl an Bezahlmethoden.

Mittlerweile erzielt Hitmeister 27 Prozent des Umsatzes über mobile Endgeräte. „Wir werden die mobile Website deshalb zügig optimieren, um unseren Kunden das Einkaufen einfacher und bequemer zu machen. Das wird uns noch mehr Neukunden bringen und Bestandskunden stärker binden“, ist Schönbucher überzeugt. Für 2015 plant das Internetkaufhaus zudem, sein Sortiment um Wintersportartikel und
Büromöbel auszubauen.

Das Sortiment umfasst unter anderem Medien, Elektronik, Haushalts- und Gartenartikel, Sportausrüstung, Einrichtung, Körperpflege und Parfüm. Auf dem 2007 gestarteten Marktplatz sind zurzeit über 13 Mio. Produkte von über 5.000 Lieferanten im Angebot.

Lebensmittel und Drogerieartikel: Online-Wachstumsmärkte mit Hindernissen

23.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) stellt für den Online-Handel mit Lebensmitteln und Drogerieartikeln für die kommenden zehn Jahre  eine gute Wachstumsprognose. Demnach wird sich der Online-Anteil am gesamten Einzelhandelsumsatz verdoppeln. „Wir zeigen mit unserer Prognose, dass der Online-Handel nicht das Ende des stationären Handels bedeutet. Auch im E-Commerce ist ein natürlicher Sättigungsverlauf zu erkennen“, betont GfK-Handelsimmobilienexperte und Studienleiter Dr. Gerold Doplbauer.

Rossmann

Wichtige Ergebnisse im Überblick:

Aktueller Online-Anteil: Im Jahr 2014 wurden 8,5 Prozent des gesamten deutschen Einzelhandelsumsatzes über das Internet abgewickelt. Dabei wird dieser Wert durch den niedrigen Online-Anteil im Lebensmitteleinzelhandel (inklusive Drogerieartikel) von 1,2 Prozent gedrückt. Bezogen auf den reinen Nonfood-Umsatz betrug der Online-Anteil in 2014 bereits 15,3 Prozent.

Heutige E-Commerce-Anteile nach Warengruppe: Die Bedeutung des Online-Handels ist aktuell in den Sortimenten Technik & Medien, Sport & Freizeit sowie Fashion & Lifestyle am höchsten. In diesen drei Segmenten werden aktuell rund ein Fünftel der Einzelhandelsausgaben online getätigt.

Relative Bedeutung der Umsatzvolumina: Die Notwendigkeit, beide Dimensionen – den Anteil der Warengruppe am Einzelhandel und den Anteil von Online innerhalb der Warengruppe – gegenüberzustellen, wird am Lebensmitteleinzelhandel deutlich: Obwohl der Online-Anteil mit 1,2 Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau liegt, ist die Bedeutung des Online-Handels mit 2,6 Milliarden Euro Umsatz in 2014 nicht zu vernachlässigen. Der Verdrängungsdruck auf den stationären Handel ist noch gering. Für Branchen wie Logistikdienstleister, die mit dem Online-Handel eng verbunden sind, ist das Online-Geschäft aber bereits wichtig.

Soziodemografie: Unter anderem hat die Familienstruktur einen Einfluss darauf, wie online-affin ein Haushalt ist: Mit wachsender Größe des Haushalts sinkt der Anteil der Online-Ausgaben. Und auch das Geschlecht spielt eine Rolle: Männer in Einpersonenhaushalten haben mit 17,8 Prozent beispielsweise einen doppelt so hohen Online-Ausgabenanteil wie alleinlebende Frauen (8,8 Prozent).

Grenzen des Wachstums: E-Commerce wird eine natürliche Wachstumsgrenze erreichen, die sich je nach Reifegrad der Online-Erschließung der Warengruppen unterscheidet. Bei Online-Sortimenten erster Stunde sind bereits Sättigungstendenzen erkennbar. So konnte etwa der Online-Anteil für Bücher/Medien von 2013 auf 2014 nur noch marginal wachsen. Auch das Segment Technik & Medien wuchs im vergangenen Jahr mit nur knapp 8 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren (20-30 Prozent p.a.) deutlich weniger. Ursachen dafür sind auch die Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit des stationären Handels. Er hat bereits erfolgreich mit neuen Konzepten und Omnichannel-Lösungen auf den intensivierten Wettbewerb reagiert und damit selbst die Online-Dynamik vorangetrieben.

Prognose des Online-Anteils bis 2025: Auch wenn sich die Wachstumsraten aufgrund von Sättigungstendenzen abschwächen werden, erwartet GfK bis zum Jahr 2025 nahezu eine Verdopplung des Online-Anteils am gesamten Einzelhandelsumsatz (d.h. Food und Nonfood) auf rund 15 Prozent. Bezogen auf Nonfood, also exklusive Lebensmittel & Drogerieartikel, erwartet GfK einen Anteil von sogar rund 20 Prozent.

Künftige Verschiebung der Warengruppen-Gewichte: Wenngleich alle Branchen bis zum Jahr 2025 absolut weiter wachsen werden und Technik & Medien auch künftig den Löwenanteil ausmachen wird, verschieben sich die Gewichte zugunsten der Online-Einsteiger im Bereich Lebensmittel & Drogerie, Einrichten & Wohnen sowie Garten & Heimwerken. Lebensmittel & Drogerie wird den größten Anteilszuwachs erreichen. Das Sortiment dürfte seinen Anteil am Online-Handelsvolumen von derzeit 8 auf 16 Prozent verdoppeln.

 

Das Wachstumspotenzial ist in beiden Branchen noch lange nicht ausgeschöpft. Allerdings sind schnell drehende Konsumgüter (FMCG) online ein hartes Brot. Das hat auch schon der Drogerie-Branchenprimus dm erfahren müssen, der schon eine Bruchlandung im Web hinter sich hat. Der 2011 gestartete Online-Vertrieb über Amazon hatte nicht funktioniert und wurde vor knapp einem Jahr wieder eingestellt. Erst jüngst hat dm einen Neustart mit eigenem Onlineshop gewagt.

Der durchschnittliche Online-Warenkorb bei FMCG ist etwa 24 Euro wert, konstatiert Marktforscher Nielsen, bei Tierbedarf laut GfK sogar 34 Euro - ein deutlich höherer Wert im Vergleich zu stationär getätigten Einkäufen mit durchschnittlich gut 15 Euro. Ein Großteil der Besteller möchte den Mindestbestellwert erreichen, um Versandkosten zu reduzieren oder gleich ganz zu umgehen. Verkaufsrenner sind laut Nielsen Katzenfutter, abgepackter Bohnenkaffee und Erkältungsmittel.

Der breitgefächerte Markt trennt sich bei den Vertriebswegen klar in Produkte, die sich gut übers Web verkaufen und solche, die fast ausschließlich über die stationäre Ladentheke gehen. Der Grund: Produkte des täglichen Bedarfs unterliegen einem harten Preiskampf, die Margen sind sehr niedrig, was den Online-Vertrieb von Zahnpasta, Toilettenpapier und Tütensuppe unrentabel macht. Preisdruck kommt von mehreren Seiten: Herstellermarken konkurrieren zunehmend mit günstigeren Handelsmarken. Und bekomme ich die Tafel Schokolade beim Discounter um die Ecke für 47 Cent bekomme, bestelle ich sie nicht im Web. In Konsequenz heißt das: Der Online-Vertrieb mit Drogerieartikeln und Lebensmitteln nimmt zu. In absehbarer Zeit werden Güter des täglichen Bedarfs aber auch weiterhin hautpsächlich stationär gekauft.

 

 

Möbel: Der Online-Handel wächst, der POS schaut zu

22.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Die Online-Möbelhändler Home24 und Westwing sind weiter auf Wachstumskurs. Laut den vom Investor Kinnevik veröffentlichten Zahlen hat Home24 in den ersten drei Monaten dieses Jahres seinen Umsatz um satte 128 Prozent auf 60 Millionen Euro gesteigert. Westwing machte im gleichen Zeitraum ein Plus von 55 Prozent auf 52 Millionen Euro. Der Wermutstropfen ist das EBITDA: Beim Vorsteuerergebnis rutschten beide ins Minus. Und auch wenn die Frage der Rentabilität noch nicht beantwortet ist: Die großen Pure Player graben den stationären Platzhirschen immer mehr Marktanteile ab.

Zwar liegt der Online-Anteil am Gesamtumsatz der Möbelbranche noch klar unter zehn Prozent (zum Vergleich: Im Bereich Consumer Electronics und Mode sind es knapp 20 Prozent). Rund 1,5 Mrd. Euro, also gut vier Prozent des Gesamtumsatzes, wurden 2014 nach Angaben des Möbelverbandes BVDM online mit Möbeln und Küchen umgesetzt. Die Wachstumsentwicklung in den letzten Jahren ist aber beachtlich. "Bei uns klingeln nicht die Alarmglocken", wird André Kunz, Geschäftsführer des Möbelhandelsverbands BVDM, von der Tageszeitung "Die Welt" zitiert.

home24, Online-Möbelhändler

Das sollten sie aber. Denn ein Drittel aller stationären Möbel- und Einrichtungsgeschäfte ist in den kommenden Jahren von der Schließung bedroht. Das prognostizieren das ECC Köln und Mücke, Sturm & Company. So werde der bisher noch geringe Online-Umsatz mit Möbeln bis 2020 weiter steigen – aktuellen Prognosen des IFH Köln zufolge auf bis zu 14 Milliarden Euro. Überleben würden in diesem Szenario nur diejenigen Händler, die sich konsequent an Wünschen und Anforderungen der Konsumenten ausrichten. „Händler müssen da sein, wo ihre Kunden sind – nicht anders herum. Zukünftig wird es für Möbelhändler entscheidend sein, den Kunden auch am finalen Einsatzort der Einrichtungsgegenstände – nämlich zu Hause – zu inspirieren und zu informieren“, so Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln.

Zweiflern sei gesagt: Von Schuhen hat man früher übrigens auch immer geglaubt, dass sie sich online nicht verkaufen.

Zalando: Mehr Umsatz, mehr Kosten, weniger Marge

21.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Der Online-Modehändler Zalando hat vorläufigen Zahlen zufolge im zweiten Quartal 2015 den Konzernumsatz um 33-35 Prozent auf 727-738 Millionen Euro gesteigert (Q2 2014: 546 Millionen Euro). Gleichzeitig sank aber die Marge auf 3-5 Prozent (Q2 2014: 35 Millionen Euro oder 6,4 Prozent) bei einem Vorsteuerergebnis von 22-37 Millionen Euro aufgrund eines "vorübergehenden Anstiegs der Payment-Kosten".

zalando, Online-Modehändler

 In der ersten Jahreshälfte 2015 erzielte Zalando einen Konzernumsatz in Höhe von 
1,370-1,381 Milliarden Euro und wuchs 31-32 Prozent (1. Halbjahr 2014: 1,047 Milliarden Euro). Zalando erwartet für das erste Halbjahr 2015 ein bereinigtes EBIT von 51-66 Millionen Euro, was in der Mitte der Spanne einer Marge von rund vier Prozent entspricht.

Alle veröffentlichten Zahlen sind vorläufig und vor prüferischer Durchsicht. Zalando veröffentlicht die endgültigen Geschäftszahlen für das 2. Quartal 2015 am 13. August 2015 und wird zu diesem Zeitpunkt auch "eine etwaig erforderliche Anpassung der Management-Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr 2015" kommunizieren.

Amazons Prime Day: Was Versandhändler daraus lernen können

20.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Am Prime Day, der Rabattschlacht zu Amazons 20. Geburtstag am vergangenen Mittwoch, hat der Online-Händler nach eigenen Angaben mehr verkauft als am bislang erfolgreichsten letztjährigen Black Friday (in den USA der Freitag nach Thanksgiving). In Deutschland wurden mehr Käufe gezählt als am Cyber Monday, dem bis dato umsatzreichsten Tag des Jahres zum Start des Weihnachtsgeschäfts.

34,4 Millionen Produkte wurden insgesamt am Schnäppchentag bestellt - 398 Stück pro Sekunde. „Die globale Bestellmenge ist im Vergleich zum Vorjahrestag um 266 Prozent gestiegen und gegenüber dem Black Friday 2014 um 18 Prozent – alles innerhalb eines Events exklusiv für Prime-Mitglieder. In der Vorbereitung waren wir uns nicht sicher, ob der Prime Day eine einmalige Aktion oder ein jährliches Event wird. Nach den gestrigen Ergebnissen werden wir das definitiv wiederholen“, sagt Greg Greeley, Vice President Amazon Prime.

 

Die Top-Ten-Bestseller in Deutschland:

- Fire TV Stick

- Crocs Sandalen

- Kindle Paperwhite (6. Generation)

- M&M's Peanut

- Brita Wasserfilter Marella Cool, weiß, Halbjahrespaket inkl. 6 Kartuschen

- PlayStation 4 - Konsole 500GB (generalüberholt)

- Fire HD 7, 17,2 cm (7 Zoll), HD-Display

- Intex Luftbett, 152 x 203 x 42 cm, blau

- TomTom Start 25 M Europe

- American Sniper (Blu-ray)

Das Werbe-Tamtam im Vorfeld des Prime Day hat sich für den Onlinehändler auf jeden Fall gelohnt. Die Erkenntnisse für Versandhändler sind dagegen überschaubar:
Immerhin: Amazons Erfahrungen stützen den Mobile-Device-Trend: Jeder zweite Besucher nutzte ein Mobilgerät und die Amazon App. Lieblingseinkaufszeit war abends: Die meisten Produkte wurden um 21 Uhr bestellt. Die Vermutung liegt nahe, dass vor allem Couch Surfer den Schnäppchentag genutzt haben.

Reuter.de steigert Umsatz

16.07.15 von Redaktion Versandhausberater

Um satte 20 Prozent ist der Umsatz von Reuter.de, Fach- und Onlinehändler für Bad- und Wohnkultur, im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 gestiegen, die Bestellungen um 16 Prozent.

Auch im europäischen Ausland entwickelte sich das Kundenwachstum positiv. In Großbritannien bestellten knapp 73 Prozent mehr Kunden, in Frankreich fast 32 Prozent. Das Geschäft in der Schweiz sorgte für besonders starke Zahlen: Der Umsatz kletterte um gut 75 Prozent. Für die Sanitärbranche prognostiziert das ifo-Institut 2015 ein nominales Wachstum von gerade einmal zwei Prozent. „Kunden haben keine Scheu mehr, auch hochwertige Güter über das Internet zu bestellen, wenn der Onlineshop professionell gestaltet und betrieben wird“, führt Geschäftsführer Bernd Reuter als Wachstumstreiber an.

Das Familienunternehmen, das mittlerweile 315 Mitarbeiter zählt, bleibt auch in Zukunft fest in Familienhand: Sarah und Jana Reuter, die beiden Töchter von Geschäftsführer Bernd Reuter, werden die Unternehmensgruppe verstärken. Zunächst wird Sarah Reuter ab Oktober als Master of Arts in International Business Management in die Reuter Gruppe einsteigen und ein spezielles Trainee-Programm absolvieren.

Im weiteren Jahresverlauf soll der Onlineshop als "wichtigstes Aushängeschild der Reuter Gruppe" neue Funktionen bekommen. Neue Features: Produktvideos und der Zubehör-Konfigurator, der beispielsweise die Auswahl des Zubehörs für Badewannen und Duschkabinen erleichtern soll.

Außerdem ist ab dem Herbst eine neue Marketingkampagne geplant. Zudem weitet die Reuter-Gruppe ihr Engagement beim Bundesligaverein Borussia Mönchengladbach aus: Sie wird den Verein in der neuen Saison als Co-Sponsor begleiten.

Seit kurzem ist die Reuter Gruppe zudem Mitglied im Bundesverband Onlinehandel (BVOH), zu dessen Vorstandsmitglied Bernd Reuter berufen worden ist.

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