E-Commerce 2020: Alles Amazon, oder was?!

E-Commerce 2020: Alles Amazon, oder was?!

20.01.2012 von Stephan Meixner

Amazon thront bereits seit geraumer Zeit an der Spitze unserer Top 100 des Deutschen Versandhandels. Und seit dem vergangenen Weihnachtsgeschäft dürfte der E-Commerce-Riese seine Nachfolger noch deutlicher in die Schranken verweisen als bislang, wie Thorsten Boersma prognostiziert:

2011 wird Amazon konservativ hochgerechnet weltweit 48,2 Mrd. US-$ oder rd. 35 Mrd. Euro Umsatz machen. Wenn man den Umsatzanteil von Deutschland aus dem letzten Jahr fortschreibt, wird der Umsatz von Amazon Deutschland in 2011 dann rd. 3,85 Mrd. Euro betragen. Das bedeutet: Der Umsatz von Amazon in Deutschland dürfte im Jahr 2011 um etwas mehr als eine Milliarde Euro gewachsen sein.

Zum Vergleich: Aktuell liegt Amazon mit rund 2,8 Mrd. Euro auf Platz eins, ärgster Verfolger ist Otto mit 2,1 Mrd. Euro Umsatz. In diesem Jahr dürfte sich die Kluft zwischen den Beiden weiter vergrößern, auch weil für viele aus der Branche inzwischen E-Commerce und Amazon schlichtweg dasselbe ist:

Fragt man Mitarbeiter großer, deutscher Online-Händler wo sie persönlich am häufigsten einkaufen, bekommt man fast immer die gleiche Ansage: “Bei Amazon!” Oft sind die Ansprechpartner noch nicht einmal peinlich berührt, weil sie Produkte aus dem eigenen Angebot dort nicht erwerben. Überträgt man dieses Prinzip auf das Gross der anderen, erklärt sich schnell warum Amazon fast in jedem Bereich unumstrittener Marktführer ist, bei Büchern sogar mit einem 90%igen Marktanteil.

Entsprechend düster erscheint zunächst die Zukunft des interaktiven Handels:

Laut einer Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2011“ des Handelsinstitut EHI zusammen mit dem Marktforscher Statista werden auch in Deustchland die Top10 immer größer und allen voran schreitet Amazon. Aber selbst dort oben wird die Luft dünner. Der deutsche Megakonzern Otto, der übrigens trotz seines viel höheren Alters deutlich kleiner als Amazon ist, aber auch eBay oder der Neckermann Konzern werden um zukünftige Marktanteile erbitterte Kämpfe ausführen müssen.

Tatsächlich braucht es im Internet-Zeitalter nicht unzählige Universalversender, wenn ein Großer sein Geschäft perfektioniert. Wie aber soll die Konkurrenz auf Amazons Ausnahmestellung reagieren? Die auf Conversion-Optimierung spezialisierte Agentur Web Arts empfiehlt, bei Amazons Schwachstellen anzusetzen:

Amazon ist tatsächlich ganz schlecht in Sachen eMail-Marketing, hier schießt man mit sehr viel Schrot auf viele Spatzen, andere Retailer können das deutlich besser und professioneller. Auch bei komplexeren und erklärungsbedürftigen Produkten und bei Kundenbindungsprogrammen muss Amazon aufholen. Auch überall da, wo man sich ein Produkt sinnvoll und individuell zusammenstellen muss, ist Amazon deutlich überfordert. Die schiere Fülle an Produkten und die durchaus komplexen Tools und Möglichkeiten machen Amazon zudem nicht gerade zu einem Leuchtfeuer der Gebrauchstauglichkeit."

Das sind sicherlich alles Punkte, über die man diskutieren kann. Aber sind ausgeklügeltes E-Mail-Marketing, Mass Customization und eine überragende Usability wirklich Wunderwaffen? Wenn Amazon eine Riesen-Auswahl, schnelle Lieferungen und guten Kundenservice in den Ring werfen kann? Es wird wohl kaum reichen, etwas am Frontend zu schrauben - eine Anti-Amazon-Strategie muss tiefschürfender sein.

Wie sieht Ihr Ansatz aus?

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