Tablet-Commerce: Wieso die neue Arqueonautas-App so begeistern kann
Zugegeben: Der Name 'Arqueonautas' ist ein Zungenbrecher und auch für dieses Posting musste ich die Marke googlen, da ich mir die Schreibweise immer noch nicht einprägen konnte. Die brandneue iPad-App des Textilanbieters (s. Pressemeldung) dagegen werde ich so schnell nicht vergessen.
Die meisten Tablet-Apps bestehen bislang aus recycelten PDF-Katalogen, was unter Innovationsgesichtspunkten schlichtweg ein Desaster ist. Rühmliche Ausnahmen aus deutschen Landen sind die iPad-App von Manufactum und die kürzlich veröffentliche Anwendung von Globetrotter. Bei dieser gefällt mir besonders, dass sich ein Versender tatsächlich einmal traut, das Flipboard-Prinzip für den Handel zu adaptieren. Leider aber geht dieser Ansatz recht schnell in einer durchwachsenen Usability verloren.
Von vorne bis hinten durchkomponiert und wie aus einem Guss wirkt dagegen die App von Arqueonautas:
Einzelne Sortimentsseiten sind wie die Foto-App von Apple konzipiert.
Über einen Kompass lässt sich das Sortiment auf Wunsch eingrenzen.
Auf Artikeldetailseiten wird sofort klar, wie viele weitere Fotos es gibt und wie sich der Artikel ordern lässt.
Artikelfotos lassen sich auf die gesamte Display-Größe zoomen, verpixeln dabei aber leider.
Der Checkout dagegen wirkt wieder klar und aufgeräumt, bestellt wird direkt über die App.
Was also lehrt die Arqueonautas-App? Ich denke, die folgenden drei Punkte:
- Weniger ist mehr:
Es braucht keine ungewöhnlichen Features, um einen Mehrwert zum klassischen Shop zu bieten. Das kann auch eine herausragende Usability schaffen. - Fotos, Fotos, Fotos:
Das iPad ist ein digitaler Bilderrahmen. Wer viel Geld in teure Fotos investiert, sollte diese in Tablet-Apps in den Mittelpunkt rücken. - Auf Apple-Apps achten:
Wer tolle Apps bauen will, muss nur gelernte Navigationsmuster aus offiziellen Apple-Apps klonen. Das Fotoalben-Feature in der Arqueonautas-App ist jedenfalls mein Highlight.
Natürlich bietet auch die Arqueonautas-App noch Verbesserungspotenzial. Ein Landscape-Modus beispielsweise fehlt. Die Icons für Männer/Frauen in der linken Navigationsleiste wirken etwas komisch. Und die Inhalte aus dem Arqueonautas-Magazin sind nur in Teilen für das iPad optimiert. Dennoch gilt: Hut ab vor dieser Leistung!
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