Argos liefert tagesgleich in London – und das günstig
Digital und in Netzwerken denken verändert die unterschiedlichsten Geschäftsmodelle. In der Logistik ist die tagesgleiche Lieferung bisher stets an der Effizienz gescheitert. Gerade Einzelhändler können hier aber - regional zumindest - punkten. Das wiederum kann für traditionelle Versender ein gravierender Wettbewerbsnachteil werden.
Der britische Einzelhandelskonzern Argos testet jetzt, wie schnell stationäre Händler Bestellungen aus dem Internet zum Kunden bringen können. In einer Kooperation mit der Kurier-Plattform shutl.co.uk werden Kunden innerhalb der Londoner Innenstadt Argos-Produkte innerhalb von 90 Minuten geliefert. Und das bei Lieferkosten von lediglich 4,95 Pfund, ein Pfund günstiger als die Kosten der normalen Lieferung. Und deutlich günstiger als bei Amazon.co.uk
Central London-based visitors to www.argos.co.uk can now get their orders delivered within as little as 90 minutes, or pick a one-hour delivery window between 9am and 9pm. The service is offered seven days a week and costs from £4.95, which means that getting your purchase exactly when you want it can be even cheaper than a standard 2-3 day delivery charge.
Shutl.com packt die Logistik unterhalb der 10 Meilen-Distanz von einer anderen Seite an. Bei großen Distanzen werden die Kuriere von Hubs aus bestückt und auf die Reise zum Kunden geschickt. Der Warenumschlag im Hub ist ein wesentlicher Effizienzbringer. Unter 10 Meilen, so die Shutl-Philosophie, sei es aber oft günstiger, wenn Kuriere die Waren in einer Tour einsammeln und zur Zieladresse bringen.
Das passt freilich nicht für klassische Versender - wohl aber für stationäre Händler und insbesondere solche, die als Filialisten über mehrere Standorte in einer Stadt oder zumindest Filialen in Ballungszentren verfügen. Wir hatten hier ja immer wieder berichtet, dass bei Argos vor allem das „Check & Reserve“-Sortiment floriert, wo Kunden die Waren nach der Bestellung taggleich in einer Argos-Filiale an dedizierten Schaltern abholen. Dies macht inzwischen 22 % des gesamten Argos-Umsatzes aus - nicht etwa nur des Versandumsatzes.

Technisch funktioniert Shutl dabei wie eine Börse, bei der unterschiedliche Kurierdienste ihre Kapazitäten und die Standorte der Kuriere einmelden und dann mit den Aufträgen wegeoptimiert versorgt werden. Da shutl.co.uk selbst nur geringe Infrastrukturkosten hat, kommt ein großer Teil der Service-Gebühren direkt bei den Kurieren an. Diese wiederum vermeiden Leerzeiten der Kuriere.
Multichannel-Logistik heißt andererseits auch, dass Einzelhändler im Laden den Service der Lieferungen nach Hause anbieten. Auch hier bietet shutl.co.uk Lösungen. So können Kunden des Weinhändlers Laithwaites und der Modekette Start ihre Käufe direkt oder später nach Hause oder einen entsprechenden Zielort in London liefern lassen.
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