Die H&M-Strategie: Kopflos oder clever?
In der Blogosphäre machen entsprechende Gerüchte schon länger die Runde, jetzt ist es aber erstmals offiziell: Gegenüber der schwedischen Tageszeitung Aftonbladet (Originalartikel) hat H&M nun bestätigt, dass im hauseigenen Online-Shop virtuelle Models zum Zuge kommen. Beauty-Blogger.info fasst zusammen:
"Der Bekleidungshersteller H&M gibt unumwunden zu, dass die für die eigene Webseite posierenden Models zu weiten Teilen fiktional sind. So werden an dieser Stelle mittlerweile bereits vollständig computergenerierte Körper eingesetzt, die im Rechner nur mehr mit den Köpfen real existierender Models kombiniert werden. Die Kleider selbst werden wiederum auf einer Puppe fotografiert und dann später mit dem restlichen Bild kombiniert."
Markenexperten warnen nun, dass H&M seine Glaubwürdigkeit verliere, da die Abbildungen im Online-Shop nicht mehr authentisch seien. Andere wiederum werfen dem schwedischen Bekleidungskonzern vor, ein gefährliches Schönheitsideal mit seinen Fake-Models zu schaffen.
Doch ist das wirklich so? Fakt ist doch vielmehr, dass selbst viele reale Models ein falsches Schönheitsideal schaffen. Und H&M in seinem Online-Shop zu keiner Zeit behaupt, dass es sich bei diesen Models (siehe oben) um reale Personen handelt - wie kann der Textilriese dann seine Glaubwürdigkeit verspielen?
Vielleicht verhält sich H&M ja einfach auch nur clever. Fake-Models sparen schließlich nicht nur Geld bei der Fotoproduktion. Der Konzern hat es auch geschafft, sich mit dem Thema ins Gespräch zu bringen. Und zwar ohnem, dass gleich die Hölle los bricht. Auch wenn das manche US-Kollegen gerne hätten.
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