Hat Klingel das Universal-Konzept 2.0?
Die Frage drängt sich mir auf, wenn ich nach England schaue. Dort fangen Spezialversender wie High&Mighty (so etwa das Men+ in England, Große Größen für Herren) auf einmal Elektronik anbieten. Dazu muss man wissen, dass High&Mighty von N Brown übernommen wurde.
N Brown wurde in der Vergangenheit immer als möglicher Investor für ein Unternehmen wie Klingel erwähnt, falls die Familie Kohm einmal verkaufen wollen sollte (Konditional 2 :-)). Beide haben einen vergleichbaren Ansatz, indem sie nicht vom Sortiment, sondern von der Zielgruppe ausgehen. N Brown greift die unterschiedlichsten Altersgruppen mit jeweils angepassten Spezialtiteln an. Haupttitel wie JD Williams bieten dabei ein Komplettsortiment an und haben durchaus (in kleinerem Maße) ein Universalangebot für eine Klingel-ähnliche Zielgruppe.
Weil einmal dieses Sortiment besteht und eine gemeinsame IT-Grundlage geschaffen wurde, können jetzt passende Sortimente einfach an zugekaufte Aktivitäten wie High&Mighty angedockt werden. N Brown hatte wesentliche Assets des Spezialanbieters im September 2009 übernommen. So entstehen potentiell viele Zielgruppen-Vollausstatter.
Ob das allerdings wirklich die Zukunft darstellt, scheint mir zweifelhaft. Immerhin, durch die geringen Kosten für die Sortimentsergänzung erhöht sich die Ansprache. Im Katalog würde sich jeder Merchandiser drei Mal überlegen, ob die Kunden von einem ausgewiesenen Haka-Spezialisten auf einmal Flatscreen-TVs kaufen würden. Das hat ja auch mit Kompetenz zu tun.
High&Mighty nennt sich "one-stop lifestyle channel for online shopping". Das Geschäftsmodell sieht vor, mit einem Kernsortiment die Kunden zu erreichen und dann im Lebenszyklus bzw. bei jeder Interaktion arrondierende Sortimente anzubieten. Nicht das gesamte Sortiment wird beworben - das wäre zu teuer - sondern nur die gut konvertierenden Kategorien.
Hier unterscheidet sich Klingel doch sehr vom N Brown-Konzept. Aber wenn man sich anschaut, wie viele Anbieter ihre Sortimente im Internet aufbohren, ohne dass eine klar umrissene Zielgruppe erkennbar wäre, ist solches Abschöpfen im Anschluss an die klare Nischenkompetenz eine Option.
Ein auf Wachstum ausgelegtes Konzept braucht dennoch mehr. Trotzdem zeigt sich, dass Zielgruppen-Universalversand, wie Klingel ihn seit Jahrzehnten entwickelt hat, heute eine gute Basis hat.
Kommentare
Tweets
Redaktion Versandhausberater (Bonn/München)
Redaktion Versandhausberater (Bonn/München)
Redaktion Versandhausberater (Bonn/München)
Redaktion Versandhausberater (Bonn/München)
Redaktion Versandhausberater (Bonn/München)Versandhausberater E-Letter
Veranstaltungen
Der „Versandhausberater“ bietet regelmäßig exklusive Praxis-Seminare rund um die Themen Kataloggestaltung, Onlineshop-Optimierung, Versandhandelsrecht und Social Media an.
Für Informationen zu den nächsten aktuellen Terminen und der Möglichkeit, unsere Referenten für eine Inhouse-Schulung zu buchen, wenden Sie sich bitte an Sarah Mertens, sam(at)fid-verlag.de.










Keine Kommentare
Kommentar hinzufügen
Spamschutz
Der Grund, weshalb wir Sie beispielsweise nach dem Nachnamen unseres Chefredakteurs und Blogautors Stephan Meixner fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.
Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).
Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.