La Redoute erfindet das Flipover fürs iPad
Flipover-Konzepte sind so typische Agentur- und Kreativ-Lieblinge: Schön gedacht, aber in 9,5 von 10 Fällen ein Flop. Ein in der Mitte geteilter Katalog, der kurzerhand umgedreht wird und so zwei Auftakte hat - der Kunde goutiert es nicht. Ob es auf dem iPad funktioniert?
Die Idee bei LaRedoute ist nicht etwa, wie sonst oft gesehen, Mode- und Hartwaren oder DOB und Haka so zu trennen. Es geht um die Teilung von Magazin und Shop. Eigentlich eine tolle Idee, denn das iPad erlaubt wie kein zweites Gerät, so mit der Haltung zu spielen. Hier ein Video:
Doch ob so ein Konzept Sinn hat oder nicht, zeigt sich erst in der Logik der Navigation. Und da hapert es leider. Der Shop ist nämlich ausgesprochen wenig inspirierend gelöst und miserabel mit den Magazin-Inhalten verlinkt.
Ein Beispiel: In der Magazin-Geschichte "100 % Tendances" werden diverse Styles vorgestellt. Bei den Models finden sich zahlreiche kleine "+"-Markierungen, die den Sprung zum Produkt versprechen. Tatsächlich kommt man beim Touch aber stets auf die gesamte Style-Zusammenstellung.
Das oben gezeigten Kleid findet sich dadurch nicht auf den ersten Blick, sondern erst nach dem Scrollen - und auch da nur in anderer Farbe:


Erst nach der Anwahl des braunen Kleids kann man die im Magazin abgebildete Version ansehen.

Der Bewegungssensor des iPads ist hier zwar genutzt worden, aber um Klassen schlechter als beim Net-a-porter-Magazin. Dort führt ein Kippen aus dem "Landscape"- in den Porträt-Modus zu einer logischen Einzeldarstellung der Produktbilder.


Technik allein genügt nicht. "Mache die Bestellung nicht zum Intelligenztest für den Kunden!" lautet eine der ehernen Katalog-Regeln von Uwe H. Drescher. Das gilt, wie man sieht, auch für das iPad.
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