Logistik 3.0: Versandhandel ohne Adressen?

Logistik 3.0: Versandhandel ohne Adressen?

Das ist ein beliebter Satz: Ich bestelle nicht im Versandhandel, weil ich meine Adresse nicht preisgeben will. In England haben Unternehmer gemeinsam mit der Otto-Tochter Hermes eine Lösung geschaffen: SendSocial.com.

Wenn sich Menschen in sozialen Netzwerken begegnen, tauschen sie selten die Adressen aus. Das war bisher immer eine Hürde im Verkaufen (ok, nur eine von vielen, aber keine geringe). Versender lieben Adressen, aber wenn der Kunde nun mal anonym bleiben will?

SendSocial.com wurde speziell für Social Networks entwickelt. Dabei generiert der Dienst als Mittler einen Barcode, der auf das Paket aufgebracht wird. Vermittelt wird via Twitter oder e-Mail. Hermes holt die Sendung beim Versender ab und liefert zum Empfänger. Auf Wunsch mit Quittung. 

You can send an item knowing only your recipient's Twitter ID or email address. We'll send your request to the individual, and – if they choose to accept – will take their address details from them. You'll then receive a notification that they're happy to hear from you, and will be asked to confirm the collection address and pay by credit or debit card. Once this is complete, we'll provide you with an address-less label to stick to your package, which will be collected by myHermes, our delivery partners, and delivered in 3-5 working days. The barcode contains all the important delivery information. myHermes have upgraded their systems to be able to read these: this means that items can travel safely from A to B quickly and easily, whilst giving you the peace of mind that your privacy is guaranteed.

Und so sieht das Paket aus (hier die "C2C"-Variante, daher das wenig professionelle Paket-Design ;-))

Die Idee kam dem Gründer Ben Way übrigens gar nicht aufgrund der Privacy-Bedenken, sondern eher wegen deshalb, weil heute die virtuelle Adresse wichtiger und eher zur Hand ist als die physische.

SendSocial was one of those ideas that had in one way or another been sitting in my head for years; maybe it is my dyslexia but I always thought address were a very stupid way to identify a physical location. I only know 3 or 4 address off my head and every time I wanted to send flowers or somebody’s birthday present I would have to go through the laborious process of finding the address, which sometimes meant having interaction with the postcode finder on Royal Mails site; not an ideal solution by any means!

England ist ein schöner Testmarkt für das Konzept, Holland wäre vielleicht noch besser. Hyves.nl als Social Network hat dort eine so hohe Verbreitung auch unter Händlern, dass man das Konzept dort eher für das Business-Umfeld als für private Sendungen testen könnte.

Ein Video erklärt das Konzept:

<embed allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" height="235" width="480" type="application/x-shockwave-flash" src="http://blip.tv/play/AYGxg1AC"></embed>

Klar, die Versender möchten natürlich die Adresse haben, allein schon wegen der Werbemöglichkeit. Social Media, Conversations und Direct Mail schließen einander ja nicht aus. Aber der Weg zur Adresse des Kunden wird weiter - warum also nicht nach einem Mittel suchen, um trotzdem schon Geschäfte zu machen. Klar - per Vorkasse oder PayPal oder Nachnahme (COD), denn Rechnungskauf scheitert an der fehlenden Identität. 

Wenn es klappt, hätte Hermes ein schönes Kooperations-Konzept für die Zukunft. Und vielleicht würde sich ein vertrauenswürdiger Intermediär für die Zahlungsdaten und das Scoring finden, um auch Rechnungskauf zu erlauben.

Kommentare

Jan schreibt am 27.11.09 18:16:
Das ist wirklich eine lustige Idee! Ich wäre etwas gespannt auf die chicken-and-egg Problematik: wenig Händler binden es ein, weil wenig Kunden. Wenig Kunden, weil wenig Händler. Usw. Aber der Grundgedanke ist schon lustig.

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27.04.2012 13:16

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27.04.2012 11:58

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23.04.2012 10:18

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