Mehr als Deals: Mehrwert-Dienstleistungen von Shopping-Clubs
Ich vermute, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis z.B. RueLaLa via GSI Commerce aus den USA auch nach Europa kommt, oder Brandalley auch nach Deutschland liefert etc. Das führt zu weniger Mengen für die vielen Off-Pricer. Und nun?
In England hat BrandAlley jetzt mit LeLab ein neues Konzept entwickelt, dass den Marken frühzeitige Tests von Kollektionen ermöglichen soll. Ein "nasser Test" für die Marken, der etwas an die Experimente von Distorted People in Deutschland erinnert. Interessant ist, dass Brandalley dies nur als ersten Schritt zu einer breiteren Marktforschungs-Leistung für Brands betrachtet. So will das Unternehmen künftig Informationen zu den Markenabsätzen in bestimmten Regionen oder nach Kundenprofilen mit den Marken teilen. Diese können solche Daten einsetzen, um z.B. eigene Stores zu planen. Oder um gezielt Präferenzen von Kunden im Wettbewerb auszutesten, also ob der Kunde Sandalen eher von Jimmy Choo oder Christian Louboutin kaufen würde. Vom Newcomer Fashionstake hat Brandalley schließlich die Idee kopiert, künftig kommende Designertalente aufzuspüren und zu promoten. Und so natürlich an sich zu binden...
Das ganze hat einen Hintergrund: Die sinkenden Mengen. Die Zahl der Clubs und ihre internationalen Aktivitäten steigen rasant. Gleichzeitig disponieren die Marken aber vorsichtiger. In der Krise der vergangenen 18 Monate hat dies zu einer spürbaren Verknappung geführt, die auch große Offline-Discounter wie TK Maxx verspürt haben.
Die Clubs müssen also internationalisieren, um Menge und Preis in Übereinstimmung zu bringen. Das reicht aber nicht mehr, zumal Vente Privee beispielsweise jetzt seinen Einkauf umstrukturiert hat und für den globalen Absatz Mengen vereinbart. Mehrwertdienstleistungen sollen die Clubs daher stärker mit dem Kerngeschäft der Marken verkuppeln.
Daraus könnten dann neue Konzepte entstehen. Wenn es beispielsweise nur um Stoffmuster geht, können die Marken gut vortesten und am Ende der regulären Produktion Restmengen für Sonderproduktionen nutzen. Nur wenige Marken produzieren direkt für die Clubs. Laut BrandAlleys UK-Chef Rob Feldmann liegt die Marge für die Marken beim Club-Absatz noch bei 25-30 %, was in der Mischkalkulation funktioniert und dadurch Mehrmengen speziell für diesen Vertriebsweg rechtfertigen würde. In einem Gespräch mit der britischen Textil-Zeitschrift Drapers räumte Feldmann gleichwohl ein, dass BrandAlley selbst im nächsten Jahr weniger eigene Marge realisieren wird. Sie dürfte von 40 % auf 35 % sinken. Wer in Deutschland mit Marken handelt, kann diese Zahlen einschätzen...
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