Neckermann.de: Vertriebspartner verlassen das Portal

Neckermann.de: Vertriebspartner verlassen das Portal

01.08.2012 von Stephan Meixner

10. Update (01.08.2012: 18:29)

Unseren Informationen zufolge verlassen immer mehr Vertriebspartner das Online-Portal Neckermann.de. Anscheinend besteht Neckermann für eine weitere Zusammenarbeit auf Konditionen, die für Handelspartner praktisch undenkbar sind. Mehr zu den Hintergründen diese Woche in der Print-Ausgabe des Versandhausberaters (Hier geht's zum Probe-Abo).

9. Update (27.07.2012, 17:25 Uhr)

Wie die österreichische Tagespresse berichtet, schlittert nun auch Neckermann Österreich in die Insolvenz:

"Der Neckermann Versand Österreich AG hat am Donnerstag beim Landesgericht Graz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Wie die Geschäftsführung mitteilte, beabsichtige man, das Unternehmen zu entschulden und den Fortbestand zu sichern. Da die neckermann.de GmbH die Deckung der Liquiditätserfordernisse der Neckermann Österreich nicht sicherstellen konnte, habe man entschieden, einen Antrag zur Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung zu stellen."

8. Update (26.07.2012, 18:10 Uhr)

Laut Pressemeldung des Insolvenzverwalters hat sich die Lage nun stabilisiert (via Mail):

Der drohende Zusammenbruch des Betriebes bei Neckermann ist erfolgreich verhindert worden; Neckermann ist vorerst stabilisiert. Nach intensiven Verhandlungen mit Hauptgla?ubigern, der Bundesagentur fu?r Arbeit und den Lieferanten ist der Betrieb und der Ein- und Verkauf der Waren vorerst gesichert. Die Waren werden verschickt, der entstandene Auslieferungsstau ist in den na?chsten Tagen abgearbeitet. Lohn und Gehalt der Mitarbeiter wird u?ber Insolvenzausfallgeld vorfinanziert und rechtzeitig gezahlt.

Die weiteren Sätze schüren allerdings den Verdacht, dass Neckermann zerschlagen wird:

Der vorla?ufige Insolvenzverwalter tut alles, um das Unternehmen zu retten. Erste Investoren pru?fen bereits das Unternehmen. Fu?r einen mo?glichen Investor ko?nnten zum Beispiel die Internet-Handelsplattform, der Logistikbereich und der Handel mit U?bergro?ßen von Interesse sein. Diese Pru?fungsphase wird voraussichtlich drei bis vier Wochen andauern. Erst danach kann erneut u?ber den Stand des Verfahrens berichtet werden.

7. Update (26.07.2012, 10:00 Uhr)

Neckermann hat auf die DHL-Lieferstopps reagiert und neue Vereinbarungen mit dem Logistik-Dienstleister getroffen. In der Pressemeldung heißt es:

Es ist gelungen mit den Lieferanten und Warenkreditversicheren zu vereinbaren, dass die bestellte Ware nun wieder an die Kunden ausgeliefert wird. Es ist weiterhin wichtig, dass die Kunden spu?ren: Verkauf, Versand und Service gehen weiter. Ab morgen wird der Versand regula?r fortgesetzt. Der vor der Insolvenz verursachte Paketstau wird in den na?chtsten Tagen aufgelo?st. Somit ist der Warenverkehr gesichert und wird stabilisiert.

6. Update: (25.07.2012, 17:30 Uhr)

DHL liefert angeblich keine Pakete von Neckermann mehr aus, da sich der Logistik-Dienstleister vor Zahlungsausfällen schützen will.

5. Update (20.07.2012, 20:42 Uhr)

Bei Neckermann lenkt nun der vorläufige Insolvenzverwalter das Geschäft:

Am Vormittag wurden die Mitarbeiter über die aktuelle Situation sowie die nächsten Schritte informiert. Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Michael Frege versprach, die Mitarbeiter sehr regelmäßig auf dem Laufenden zu halten und immer ein offenes Ohr für Fragen zu haben.

"Es ist jetzt wichtig, dass die Kunden spüren: Verkauf, Versand und Service gehen weiter“, sagte Dr. Frege nach der Mitarbeiterversammlung. Dazu müssen auch die Mitarbeiter wissen, woran sie sind.

Als eines der wichtigsten Ziele für den Erhalt des Unternehmens nannte Dr. Frege die erfolgreiche Suche nach einem Investor.

„Diesen Prozess treiben wir aktiv voran.“ CEO Henning Koopmann ergänzt: „Vorläufiger Insolvenzverwalter und Management kooperieren eng. Erste Interessenten haben bereits angeklopft.“

Möglich aber, dass es sich bei der aktuellen Presse-Info nur um reine Propaganda hält. Denn tatsächlich dürften Investoren bei Neckermann nicht gerade Schlange stehen, wie unsere aktuelle Analyse zeigt.

4. Update (18.07.2012, 15:25 Uhr)

Für Neckermann wurde heute beim Amtsgericht Frankfurt ein Insolvenzantrag gestellt - das besagt die aktuelle Pressemeldung:


Am Mittwoch, 18. Juli 2012, einigten sich Unternehmen, Betriebsräte und ver.di auf einen Kompromiss, der in begrenztem Umfang Abfindungen und Transfergesellschaften enthielt. Die Geschäftsführung hatte einen Weg gefunden, die dazu notwendigen finanziellen Mittel aus dem am 27. April 2012 mit dem Gesellschafter verabschiedeten Businessplan in verschiedenen Tranchen bis zum ersten Quartal 2013 bereitzustellen. Auch in weiteren Punkten war eine Einigung zwischen Unternehmen und Arbeitnehmervertretern erfolgt und die Verhandlungen damit weitgehend abgeschlossen.
 
Der Eigentümer des Unternehmens hält das Ergebnis dieser Verhandlungen nicht für tragfähig und wird keine weiteren Mittel für die Finanzierung zur Verfügung stellen. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen kann das Unternehmen in seiner bestehenden Form damit nicht fortgeführt werden.
 
Deshalb wurde heute ein Insolvenzantrag gestellt.
 
Die Geschäftsführung wird alles daran setzen, das laufende Geschäft auch im vorläufigen Insolvenzverfahren aufrechtzuerhalten und alle Möglichkeiten prüfen, die sich zur Fortführung des Geschäfts ergeben.

3. Update (17.07.2012, 09.35 Uhr):

Wider aller Erwartungen haben Unternehmen und Arbeitnehmervertretung gestern die Verhandlungen wieder aufgenommen. Heute soll angeblich das Ergebnis verkündet werden:

"Am späten Vormittag könnte es nach Angaben der Gewerkschaft Verdi Ergebnisse im Ringen um Stellenabbau geben. Sollten sich beide Seiten einigen, wäre eine drohende Insolvenz abgewendet. Die Gewerkschaft hatte sich am Montagabend optimistisch gezeigt, dass eine Einigung gelingen kann."

2. Update (12.07.2012, 10.30 Uhr):

Unseren Informationen zufolge wurde vor wenigen Minuten bei Neckermann eine Mitarbeiterversammlung abgehalten. Dort hatten die Gewerkschaftsvertreter und Betriebsräte weiter Abfindungen für die von Kündigungen bedrohten Mitarbeiter gefordert, die das Unternehmen aber angeblich nicht zahlen kann. Nun hat man sich wohl darauf verständigt, in den kommenden beiden Tagen noch ein letztes Mal miteinander zu verhandeln.

 

1. Update (12.07.2012, 09:00 Uhr):

Heute um 9.30 Uhr soll unseren Quellen zufolge eine Mitarbeiterversammlung stattfinden, auf der mit hoher Wahrscheinlichkeit das Aus verkündet wird. Kommentieren wollte Neckermann diese Informationen auf unsere Nachfrage allerdings nicht.

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11.07.2012, 19:35 Uhr

Es kommt nun wohl tatsächlich so, wie es sich angedeutet hatte: Bei Neckermann gehen nun wohl endgültig die Lichter aus, wie diese offizielle Pressemeldung (PDF) vermuten lässt:

neckermann.de kann seine beschleunigte E-Commerce Ausrichtung nicht umsetzen. Gewerkschaftsvertreter und Betriebsräte beharrten weiter auf der Forderung nach Abfindungen für die von Kündigung betroffenen Mitarbeiter. Die dazu notwendigen finanziellen Mittel sind jedoch nicht vorhanden. Da in den Einigungsstellen keine Lösungen gefunden wurden, besteht im Falle der Umsetzung des Abbaus der 1.380 Stellen das Risiko von umfassenden Kündigungsschutz- bzw. Abfindungsklagen. Diese Klagen sind finanziell nicht kalkulierbar und würden die Existenz des Unternehmens gefährden.

Das Unternehmen prüft nach eigenen Angaben nun, welche weiteren Schritte jetzt notwendig sind. Laut FAZ rechnet das Unternehmen bis Ende der Woche mit der Insolvenz.

Weitere Infos und Hintergründe diese Woche in der Print-Ausgabe. Darin hatten wir unsere Leser immer aktuell über die Entwicklung bei Neckermann informiert, so dass das drohende Aus keine allzu große Überraschung ist:

Insidern zufolge wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in dieser Woche keine Einigung mehr erzielt werden, die Fronten zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite seien vielmehr "total verhärtet". Unsere Informanten rechnen daher damit, dass die Geschäftsführung am kommenden Montag beim Amtsgericht den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen wird.

Unseren Abonnenten
liefern wir diese Woche in der Print-Ausgabe alle wichtigen Hintergrundinfos zu Neckermann: inklusive Details aus einem internen Schreiben von Henning Koopman an die Mitarbeiter und Neuigkeiten über den ehemaligen Neckermann-Geschäftsführer Ludger Schöllgen.

Wer jetzt ein Probe-Abo abschließt, kann die aktuelle Ausgabe bereits morgen online lesen.

 

Kommentare

Thomas Schulze schreibt am 12.07.12 12:34:
Ich fände es schade, wenn so eine Ikone der Nachkriegszeit schliessen müsste. Hoffe nur, dass es nicht so kommt.
Uwe H.Drescher schreibt am 12.07.12 12:57:
Die Hoffnung stirbt beanntlich zuletzt.
Tatsache ist, das der floridische Investor eine total verfehlte Personalpolitik insbesondere im Managment zu verantworten hat.
Mit "leeren Flaschen" kann man nicht nur im Fussball nicht gewinnen. Insbesondere der VV hat doch nun eindruckvoll mit seiner Vita bewiesen, wie man einen Misserfolg nach dem anderen produzieren kann und verantworten muss. Die Zeche zahlt wieder einmal der leidgepruefte und zu gossen Zugestaendnissen bereite Mitarbeiter.
Fazit: Fuer dieses Managment gibt es nur die Note 6, setzen, alle Ziele verhfelt.
Uwe H.Drescher schreibt am 18.07.12 17:25:
Neckermann meldet Insolvenz an

Der Versandhändler Neckermann.de steht vor dem Aus.

Das Unternehmen mit seinen bundesweit rund 2400 Arbeitsplätzen stellte Insolvenzantrag, wie Neckermann.de mitteilte.

Der Eigentümer, der US-Finanzinvestor Sun Capital, werde keine weiteren Mittel für die Finanzierung zur Verfügung stellen. „Unter den gegebenen Rahmenbedingungen kann das Unternehmen in seiner bestehenden Form damit nicht fortgeführt werden”, teilte das Unternehmen mit.

Die Meisterleistung eines absolut unfaehigen Managments. Ich hoffe, dass die verantwortlichen "leeren Flaschen" hier das letzte Mal in einer unternehmerischen Funktion taetig waren.
Klaus Brunner schreibt am 18.07.12 22:00:
Und die SMP AG war auch schon wieder als Totengräber beteiligt. www.smp-ag.de

„Die Zusammenarbeit mit SMP war sehr hilfreich, um unser Potenzial einer starken „Offline“-Marke auch im Cross-Channel-Vertrieb erfolgreich zu nutzen und neue Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen. Die Kombination aus fachlicher Expertise im E-Business und tiefem Branchen-Know-how machte SMP für uns zu einem wertvollen Partner.“
Uwe H.Drescher schreibt am 19.07.12 21:38:
„Die Zusammenarbeit mit SMP war sehr hilfreich, um unser Potenzial einer starken „Offline“-Marke auch im Cross-Channel-Vertrieb erfolgreich zu nutzen und neue Wachstumsmöglichkeiten zu schaffen. Die Kombination aus fachlicher Expertise im E-Business und tiefem Branchen-Know-how machte SMP für uns zu einem wertvollen Partner.“


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Uwe H.Drescher schreibt am 19.07.12 21:41:
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Uwe H.Drescher schreibt am 20.07.12 23:17:
Erste Interessenten haben bereits angeklopft! Mit Henning K.? Kaum zu glauben wie Deutschland in Anspruchlosigkeit versinkt.
Uwe H.Drescher schreibt am 20.07.12 23:22:
„Diesen Prozess treiben wir aktiv voran.“ CEO Henning Koopmann ergänzt: „Vorläufiger Insolvenzverwalter und Management kooperieren eng. Erste Interessenten haben bereits angeklopft.“
Wenn man je Zweifel an der Kompetenz von H.K. hatte, mit diesem statement hat er sie vom Tisch gefegt. Er kann es nicht. Und er konnte es nie. Was? Erfolg produzieren.

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