Next kommt in Deutschland ohne Katalog nicht durch

Next kommt in Deutschland ohne Katalog nicht durch

Es ist wohlfeil, über "zurückgebliebene" Versender zu schwadronieren, die einfach vom Katalog nicht lassen wollen. Manchmal hilft es einfach, weil die Kunden Print nun mal mögen. Z.B. in der Neukunden-Akquise. Da wäre Next ohne Katalog hierzulande gescheitert.

Die Internationalisierung des in England ausgesprochen erfolgreichen Händlers Next sollte eigentlich ausschließlich online erfolgen. Am Anfang gab es nur die Website und e-Mails. Das hat aber schlichtweg nicht funktioniert.

Wie das Unternehmen bei der Vorstellung seiner Bilanz sagte, sei in zwei "wichtigen Overseas-Markets" der Durchbruch gelungen. Allerdings ist zu hören, dass es im Vorfeld viele Mißerfolge in der Neukunden-Akquisition gab. Und: In Amerika und Deutschland seien Mini-Kataloge, die den Onlineshop bekannt machten, sehr erfolgreich eingesetzt worden. Auf dieser Basis soll der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr im internationalen Online-Geschäft auf 20 Mio. Pfund steigen.

Next hat kurzerhand also die Online-only-Strategie über Bord geworfen und auf die Zielgruppe geschaut. Die nämlich ist bei Next in Deutschland durchaus print-affin. Was übrigens auch andere wie SimplyBe oder Wrap London oder Johnnie Boden oder Charles Tyrwhitt wissen. 

Nachbemerkung:

Man kann durchaus den Kopf schütteln, wenn Otto sein refashion.de-Experiment mit einem ähnlichen Konzept im Markt - also Minikataloge und 10 Euro-Gutscheine - bekannt zu machen versucht. Ich bin nicht sicher, ob das für die dort angestrebte Zielgruppe überhaupt richtig ist. (Aber zumindest einen Versuch ist es wert, wenn auch Anbieter wie 7trends Print-Anstöße für keineswegs unwürdig halten.) Die alte Regel gilt allerdings weiterhin, dass 40 % des Erfolgs die richtige Zielgruppe, 40 % das richtige Warenangebot und 20 % die werbliche Inszenierung ausmachen. Wenn bei Refashion.de das Geschäft nicht aus dem Knie kommt, dann vielleicht weniger wegen eines Kataloges, als vielmehr, weil man bei der Ware und der Zielgruppen-orientierten Differenzierung des Angebots nicht klar kommt. Oder bei der Kundenbindung, die schon dem ersten Refahion-Katalog vor ein paar Jahren nicht genügt hat.

 

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