Office 2010 - brüllt der Löwe wieder?

Office 2010 - brüllt der Löwe wieder?

Ted Schadler hat im Groundswell-Blog eine Eloge auf das neue MS Office 2010 geschrieben. Und dafür gleich massive Kritik eingesteckt: Gerade Forrester sollte wissen, dass Microsoft eben seit langem kein Innovator mehr sei. Da stellt sich die Frage: Womit verdient MS das Geld?

Ein wesentlicher Punkt ist wohl, dass Microsoft weltweit 500 Mio. Nutzer für seine Office-Suite gewonnen hat. Wer sich erinnert: Als Microsoft kürzlich ankündigte, jetzt auch ein eigenes Smartphone zu bauen, habe ich die Kompetenz in Desktop-Anwendungen und im Office-Bereich als Kernkompetenz von MS bezeichnet und geraten, sich darauf zu konzentrieren.

Microsoft hat mit der neuen Version die "Cloud" stärker berücksichtigt, daneben auch das Document-Sharing verbessert. Und vor allem dafür gesorgt, dass die Web-basierten Diensten nicht nur im Internet-Explorer, sondern eben auch auf Firefox und Safari ordentlich und flüssig laufen. Die Office Web Apps bringen einige der Funktionalitäten von Google Docs in das "sichere" (bzw. so wahrgenommene) Ökosystem von MS. "Co-Authoring" in Echtzeit soll damit möglich sein. Outlook organisiert "Conversations" und listet nicht einfach e-Mails. Kommt einem auch bekannt vor.

Zugegeben, das alles ist nicht innovativ. Und wie ein Kritiker bemerkt, gibt es genügend Schwachstellen in der 2007er-Version, bei denen man noch nicht einschätzen kann, ob sie in Office 2010 beseitigt wurden. Bis hin zu dem User Interface, das inzwischen fast schon Hochschulabschluss fordert.

Angesichts des Dauerfeuers, unter dem sich derzeit die Anbieter von all zu offenen Systemen befinden, kommt Microsoft mit der 2010er-Suite aber zum richtigen Zeitpunkt. Windows war nie ein sicherer Hafen, das System crasht auch in der 7er-Version regelmäßig, es gibt weiterhin Viren und Würmer - aber viele der 500 Mio. Nutzer werden die Integrität ihrer Dokumente trotzdem hoch gewichten. Und mit diesem Pfund kann MS wuchern.

Wenn Microsoft eine offizielle Android- und iPhone- (und iPad)-App für die mobile Lektüre und Bearbeitung der Dokumente anbieten würde, zum Preis von 9,95 Euro/Dollar: Auch damit ließe sich gutes Geld verdienen. Wohlgemerkt: Ein sehr schlankes Produkt, im Sinne der ehemaligen Works-Funktionalitäten. Nur eben ohne Formatierungs-Hürden, auf die man sonst permanent stößt. Oder ein echter Outlook-Client für Android 1.5 aufwärts. Oder, oder, oder...

 

Kommentare

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen







Tweets

10.02.2012 11:21

Demnächst erscheint unsere Spezialausgabe zu #Logistik, #Fulfillment und #Versand. Wer hat Lust auf einen Gastbeitrag im @VH_Berater?

30.01.2012 12:01

Jetzt im Blog: "Tablet-Commerce: Wieso die neue Arqueonautas-App so begeistern kann" http://t.co/lWuAw89E

30.01.2012 12:01

Katalogmarketing: #Neckermann verschiebt Neustart http://t.co/LLfxAbjg

30.01.2012 11:59

Diese Woche im @VH_Berater : "Facebook erlaubt neue Social-Commerce-Strategien" #Open #Graph Danke an @snipclip http://t.co/010OtMfp

23.01.2012 13:45

@Schlagbass Du sagst es... Media Markt verfolgt quasi eine E-Commerce-Verhinderungsstrategie.

Versandhausberater E-Letter

Veranstaltungen

Der „Versandhausberater“ bietet regelmäßig exklusive Praxis-Seminare rund um die Themen Kataloggestaltung, Onlineshop-Optimierung, Versandhandelsrecht und Social Media an.

Für Informationen zu den nächsten aktuellen Terminen und der Möglichkeit, unsere Referenten für eine Inhouse-Schulung zu buchen, wenden Sie sich bitte an Sarah Mertens, sam(at)fid-verlag.de.