Pop up-Stores: Ideal für facebook?

Pop up-Stores: Ideal für facebook?

Seit vergangener Woche hat facebook eine eigenen Deutschland-Niederlassung, und laut Psychonomics liegt das Netzwerk in der Bekanntheit inzwischen auf Rang 1. Aber was noch fehlt, sind Geschäftsmodelle für Händler.

Nicht, dass es nicht den einen oder anderen Blumen-Shop gäbe. Andere nutzen die Gallerie intelligent, um dort codierte Gutscheine zu platzieren, die sich viral verbreiten lassen.

Aber echte Retail-Konzepte?

Aus den innovativeren Formaten kann man zumindest eines herausgreifen, was sich lohnen könnte. Pop up-Stores. Frontline hatte damit letztes Jahr in Hamburg im physischen Einzelhandel einen interessanten Versuch gemacht. Warum könnte das gerade bei facebook auch funktionieren?

 

  • Zum einen, weil man das Event viel gezielter bewerben kann als bei Google. Viele Versender wissen bis heute nicht, dass man bei facebook ziemlich gut aussteuern kann, welche Nutzer (Geschlecht, Alter) eine Anzeige gezeigt bekommen.
  • Zum anderen, weil man die Teilnahme auf "Fans" beschränken kann. Das ist quasi ein Mini-Shoppingclub-Erlebnis. Klar, das kann man mehr oder weniger offen gestalten. Auf jeden Fall ist es ein konkreter Benefit für die Freunde einer Marke.
  • Außerdem lebt ein Pop up-Store zwar nicht nur, aber auch von der Mundpropaganda. Für einen kurzen Verkaufszeitraum sind andere Kampagnen-Formen oft zu teuer. Real Time-Werbung via Twitter und Facebook ist da besser geeignet.

Allerdings sollte man nicht unterschätzen, dass für solche Pop up-Formate in Facebook auch Programmierung und Gestaltung nötig sind. Templates sind das eine, aber wirklich schöne Präsentation ist auch nötig.

 

In Amerika gibt es dazu erste Ideen und Anwendungen. Die Schmuck-Marke Rachel+Estelle hat jetzt so einen 5-Tages-Event durchgeführt. Exklusive Schmuckstücke waren innerhalb von 12 Stunden ausverkauft, das gesamte Sortiment schon vor dem Auslaufen der Aktion.

Basis ist die Software "Fluid Social", eine auf Social Commerce ausgerichtete Lösung. Im Blog führt Fluid den Erfolg auf einige Kriterien zurück, die jenseits der eigenen Plattform liegen. Da ist zum einen, dass nicht einfach der Shop auf facebook appliziert wird, sondern ein Sonderformat mit einem adaptierten CI eingesetzt wurde. Das Sonderformat muss dabei aber der Marken-Wahrnehmung gerecht werden. Wirklich spannend sind aber zwei andere Punkte: 

Authentically social. We were surprised to see so many self-described “social shopping” implementations out there that completely lacked basic social functionality. Fluid integrated standard facebook “like” and “share” functionality throughout the entire experience, delivering users the social elements they expect. It makes for a great shopping experience to see that 90 other people “liked” the Petal Ring – far more meaningful in this context than product reviews. 
Limited to fans only. It’s impossible to overestimate how much consumers value insider status and benefits. As long as you are serving up real value – and avoiding exclusivity for exclusivity’s sake – your consumers will appreciate it, share more and have a stronger urge to buy.

Dabei ist m.E. das Format gar nicht so "social". Das wäre es, wenn man z.B. Sets von vier Schmuckstücken angeboten hätte, die man nur zu viert als facebook-Freunde kaufen könnte. Warum? Weil dadurch jeder drei weitere "Fans" mitbringen müsste. Und das würde die Zahl der Fans noch weiter nach oben bringen.

Aber auch so hat sich das Experiment gelohnt. Allein am ersten Tag stieg die Zahl der "Fans" um ein Viertel.

 

 

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