Quelle neu: USP, verzweifelt gesucht

Quelle neu: USP, verzweifelt gesucht

Gerade bin ich über das Quelle-Video zum Relaunch gestolpert. Und frage mich, ob das wirklich alles sein soll?

<embed flashvars="&amp;fbit.height=428&amp;fbit.link=false&amp;fbit.visible=true&amp;fbit.width=760&amp;fbit.x=0&amp;fbit.y=0&amp;file=http%3A%2F%2Fwww.quelle.de%2Fwp-content%2Fthemes%2Fquelle%2FQ_Teaser.flv&amp;image=http%3A%2F%2Fwww.quelle.de%2Fwp-content%2Fthemes%2Fquelle%2Fvorschaltseite_video.jpg&amp;plugins=viral-2%2Cfbit-1&amp;viral.allowmenu=true&amp;viral.bgcolor=0x333333&amp;viral.fgcolor=0xffffff&amp;viral.functions=embed&amp;viral.matchplayercolors=true&amp;viral.oncomplete=false&amp;viral.onpause=false" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="760" height="452" src="http://www.quelle.de/wp-content/themes/quelle/player.swf"></embed>

Vielleicht habe ich die Ironie ja nicht richtig verstanden. Aber macht man SO Lust darauf, den neuen Marktplatz kennenzulernen?

Mal dekonstruiert:

  • "Quelle ist ein Marktplatz im Internet" - warum nicht gleich "noch ein" oder "einer von tausend"? Was ist denn hier der Anspruch? Was ist die Selling Proposition? Kann man nicht wenigstens versprechen: "Quelle ist DER Marktplatz im Internet"?
  • "Stellen Sie sich vor: Sie finden Produkte ganz einfach auf quelle.de" - nein, ganz einfach finde ich Produkte bei Google, wie so etwa 90 % der Bevölkerung. Und wenn nicht da, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ich sie einfach bei Amazon und eBay finde. Zumal eBay gerade seine Allround-Kompetenz mit Breitenwerbung zurückerobern will.
  • "Jede Menge Preiswertes für Preisbewusste" - das ist kein Claim, das ist BS. 
  • "Quelle für Deutschland - quelle.de" - no comment.

Nur mal zur Erinnerung: Seit 18 Monaten schraubt man jetzt bei Otto an Konzepten für Quelle. 18 Monate, in denen der generische Traffic zusammengeschmolzen sein dürfte. 18 Monate, in denen die Erwartung an Quelle verblasst ist. Die Berge kreissten - und geboren ist "ein Marktplatz".

In der Bilanzpressekonferenz vor zwei Wochen war die klare Ansage: Der Marktplatz soll mittelfristig einen dreistelligen Millionen-Umsatz erreichen. Wohlgemerkt: Mit Hartwaren. Nun weiß der Versandhändler, dass Hartwaren alles sind, aber keine Frequenz-Themen. (Von Liveshopping-Angeboten mal abgesehen.) Damit legt sich die neue Quelle die Latte gleich noch ein Stück höher.

Warten wir also mal ab. Auf welche Kompetenz dürfen wir jetzt gespannt sein? 

  • quelle.de muss bis aufs i-tüpfelchen für Suchmaschinen optimiert sein.
  • Gerade bei Hartwaren ist die Platzierung in Preisvergleichen unerlässlich.
  • Der Anreißer "Preiswertes für Preisbewusste" stößt sich mit dem auf der Bilanzpressekonferenz angekündigten ausgesuchten Portfolio von Marken und Handelspartnern. Die Preiskommunikation und die Preis-Positionierung müssen auf den Punkt sitzen, sonst ist Quelle entweder die Partner los oder die Glaubwürdigkeit.
  • Um für Frequenz zu sorgen, braucht der Marktplatz zudem Budgets für Display-Werbung - mit allem, was dazugehört: Re-Targeting, RTB, Affiliates... you name it. Vor allem aber auch Premium, denn man ist ja im "acquisition mode". Nutzerprofile gibt es noch nicht, um bei den Restplätzen noch genug rauszuholen.

Als Otto Quelle übernommen hat, sind viele am nächsten Tag verdutzt aufgewacht und haben sich zum ersten Mal gefragt, was man überhaupt mit der Marke anfangen will. Das Video spricht jedenfalls noch nicht dafür, dass man eine überzeugende Antwort gefunden hat.

Kommentare

Rolf schreibt am 06.07.11 18:54:
Diese Art von Versandhandel sehe ich eigentlich schon seit Jahren als ausgestorben an. Man mag zwar akzeptieren, dass die Relikte bei älteren Menschen, die sich sonst im Internet nicht gut auskennen und Angebote nicht zu nutzen wissen, beliebt sind aber das ist ein absteigender Ast.
Christian schreibt am 06.07.11 21:57:
In der Tat ein ernüchterndes Video. Ich würde aber mal abwarten was wirklich kommt und erst dann urteilen wollen.

Was ich mir aber in der Tat schwierig vorstelle ist die Markenführung. Die Marke Quelle ist v.a. Bei den \"Alten\" Versandhandelskunden gut aufgehoben. Die neue Quelle richtet sich aber an eine völlig andere Zielgruppe (und das auch noch ohne Logo- Redesign).

Da man auch sieht dass die Stahlkraft der alten quelle.de v.a. Aus SEO- Sicht so gut wie weg ist, beginnt das Konzept eigtl. Bei Null.

Meiner Meinung nach keine guten Voraussetzungen für ein Ausrufezeichen im dt. Ecommerce.
Arthur schreibt am 07.07.11 13:08:
Ich bin mir nicht sicher, ob die Wirkung dieses Spots unbedingt auf die künftige Strategie des Unternehmens dekliniert werden kann. Ich persönlich beuge mich vor den Unternehmern vor, die genügend Risiko-Bereitschaft aufbringen und in die Marke QUELLE investieren. Es bleibt abzuwarten, wie die Kunden reagieren. Quelle - als Marke - hat viel \"Potenzial\". Ob das Ideenreichtum der \"Marken-Relauncher\" ausreicht um das versunkene Schiff zu heben ... (?)
Sven schreibt am 11.07.11 21:45:
Wenn man mal den relativ groß angekündigkten und mit viel Erwartungen aufgeladenen Launch des DHL Marktplatzes \"MeinPaket.de\" dagegenstellt (was anderes, ganz ehrlich, wird quelle.de doch auch nicht) und dann am Ende bzw. bisher sieht, was daraus geworden ist (nett und beliebig), dann ist die Frage absolut zu recht gestellt: Wieso braucht man als gestandenes Unternehmen über 1,5 Jahre (!), um einen Marketplace ins Netz zu stellen?

Die Hamburger haben es (auch) nicht einfach, ich weiß, und ich zolle wirklich jedem Respekt, der in einem saturierten Katalogversender mit viel Mühe und Überzeugungskraft und gegen den Verschleißmoment total veralteter IT-Systeme an der eCommerce-Schraube dreht, aber wenn da nicht noch ein Wahnsinns-USP aus dem Hut gezaubert wird, dann wird das Quelle-Ding ein \"MeinPaket.de\" für Hartwaren.

Na denn mal tau.
Gerald schreibt am 15.07.11 16:49:
Über das Video kann man sicher streiten. Aber die Marke Quelle hat vermutlich noch sehr viele Direkteingaben. Auch die SEO-Kraft von Quelle besteht weiterhin - 19.467 Links von 1.890 Domains, allein auf die Startseite. Und Tim von Törne traue ich auch durchaus zu, einen vernünftigen Marktplatz aufzubauen. Wenn auch die Details dabei eine Herausforderung werden. Wir wünschen jedenfalls viel Erfolg und freuen uns auf neue Konzernkonkurrenz im Marktplatzgeschäft!
Thomas schreibt am 09.09.11 21:45:
Metro will online Geschäft starten? Ob das funktioniert und warum erst jetzt?

Kommentar hinzufügen






X

Spamschutz

Der Grund, weshalb wir Sie beispielsweise nach dem Nachnamen unseres Chefredakteurs und Blogautors Stephan Meixner fragen, ist die Vermeidung von Spam durch automatisierte Spam-Bots.

Solche Spam-Bots versuchen durch massenhafte Einträge von Links in Kommentarfeldern und Gästebüchern Traffic für ihre Angebote zu erzeugen. Daher stellen wir einfache Fragen, die ein echter Nutzer ohne Probleme beantworten kann, während automatisierte Spam-Bots daran meist scheitern (Captcha-Test).

Eine Alternative zu solchen individuellen Fragen sind Bild-Captchas, bei denen verzerrt dargestellte Buchstaben oder Zahlen abgetippt werden müssen. Aufgrund des erhöhten "Nerv-Faktors" dieser Bild-Captchas haben wir uns für aber für erstere Variante entschieden.

Tweets

11.05.2012 09:35

Suche für die kommende Spezialausgabe des @VH_Berater noch Gastbeiträge zu Video-Mails, Lifecycle-Mails und Trigger-Mails.

03.05.2012 15:05

Bin den Rest der Woche mit der #Otto Group in Brasilien unterwegs und daher nur ab und an per E-Mail erreichbar.

27.04.2012 13:16

#Neckermann plant angeblich massiven Stellenabbau:http://t.co/Skii4bQz

27.04.2012 11:58

Danke :-) RT@jkrisch: Zalando vs. Otto: http://t.co/sfGu302A tolle Doku eines Zalando-Vortrags von @stephanmeixner und @VH_Berater

23.04.2012 10:18

Diese Woche im @VH_Berater : Programm "Fokus" - alle Fakten zum Restruktierungsprogramm von #Otto - und was Branchen-Kenner davon halten.

Versandhausberater E-Letter

Veranstaltungen

Der „Versandhausberater“ bietet regelmäßig exklusive Praxis-Seminare rund um die Themen Kataloggestaltung, Onlineshop-Optimierung, Versandhandelsrecht und Social Media an.

Für Informationen zu den nächsten aktuellen Terminen und der Möglichkeit, unsere Referenten für eine Inhouse-Schulung zu buchen, wenden Sie sich bitte an Sarah Mertens, sam(at)fid-verlag.de.