Quelle: "Strahlkraft überschätzt"

Quelle: "Strahlkraft überschätzt"

25.06.2012 von Stephan Meixner

Der Online-Marktplatz Quelle.de performt nicht wie erwartet. Schuld daran ist angeblich der Markenname. Die Welt berichtet:

Die Wiederbelebung der traditionsreichen Versandhandelsmarke Quelle wird für den einstigen Konkurrenten Otto zum Flop: "Wir sind nicht zufrieden und erreichen unsere Pläne nicht", sagte Otto-Vorstandsvorsitzender Hans-Otto Schrader. "Wir haben die Strahlkraft der Marke Quelle überschätzt."

Mehr zu den Hintergründen in einem Exklusiv-Interview mit Quelle-Chef Tim von Törne diese Woche in der Print-Ausgabe. Dazu analysieren wir, welche der zahlreichen Online-Marktplätze neben Quelle eigentlich auf Dauer für Händler als Verkaufsplattform relevant sein werden.

Apropos Quelle: Nachdem Online-Ankaufsdienst Momox bereits seit Dezember im ehemaligen Quelle-Lager Gebrauchtware sichtet, wurde nun auch das alte Quelle-Logo durch das Momox-Branding ersetzt:

Kollege Krisch wertet das Re-Branding in Leipzig als eindrucksvolles Symbol für den Siegeszug des Online-Handels über den Katalogversand.

Kommentare

Uwe H.+Drescher schreibt am 27.06.12 13:04:
Vieleicht sollte man noch einen Versuch mit der Marke
SCHLECKER
starten. Man hat ja jetzt Erfahrung.
Das waere dann eine neue Form antizyklischem brandings
aber eine interessante Marketing Aufgabe. Der Markenkern waere relativ einfach zu finden. "Bad brand istrategy". In real time sehe ich die Positionierung so:

SCHLECKER ..find ich Scheisse!

Diese Positionierung kommt in 1 Woche auf 90% ungestuetzten Bekanntheitsgrad. Das schaffte bisher nur Beate Uhse.

Ernsthaft. Wie konnte OTTO die Strahlkraft einer toten abgewirtschafteten Marke (QUELLE) so unrealistisch positiv bewerten? Naechstes Mal fragt mich. Das kann ich besser.
Uwe H.+Drescher schreibt am 01.07.12 15:41:
Der Vorstandsvorsitzende der Otto-Gruppe Hans-Otto Schrader ist von Quelle.de enttäuscht. Ist Ihr Marktplatz- Konzept damit bereits gescheitert, Herr von Törne?

„Unser Geschäft entwickelt sich gut. Allerdings haben sich die sehr hohen Erwartungen als nicht ganz realistisch herausgestellt. Wir wachsen weniger schnell als anfangs geplant. Langfristig halten wir aber an unserem Ziel fest, pro Jahr ein Handelsvolumen im dreistelligen Millionenbereich zu generieren.“

WAS DENN NUN? GUT, WENIGER GUT SCHLECHT? WEN INTERESSIERT HEUTE LANGFRISTIGKEIT? WARUM GIBT ES AUF EINE EINFACHE FRAGE KEINE EINFACHE ANTWORT? RAUM FUER SPEKULATIONEN. ES MUSS ALSO WENIGER ALS BEFRIEDIGEND LAUFEN. WIR WERDEN SEHEN. UMSATZERWARTUNG
EURO 100 000 000 + IST JA AUCH KEINE KLEINE ZIELSETZUNG. UND "LANGFRISTIG" IST AN SICH KEINE OTTO VOKABEL.

Mit Amazon hat sich ein Wettbewerber im Elektronikhandel etabliert, Möbel wiederum sind nicht gerade Frequenzartikel. Warum bietet Quelle.de dennoch genau diese Sortimente an?

„Als Start-Up kann man keinen Online-Marktplatz in unzähligen Kategorien aufbauen.
START-UP? START-UP IST DOCH NUR DER VERTRIEBSKANANAL. DIE MARKE URALT. WIE DEFINIERT SICH HIER START-UP?
Wir haben uns dazu entschieden, auch Elektronik anzubieten, da sich Quelle hier mit der Eigenmarke Privileg über Jahrzehnte einen Namen gemacht hat. Ein Drittel vom Umsatz der alten Quelle wurde zudem über Möbel erwirtschaftet. Es lag damit zum Launch auf der Hand, zunächst – ganz pragmatisch – verstärkt in diese Kategorien zu investieren.“
ALTE SORTIMENTE AUS EINER ANDEREN ZEIT ALS ERFOLGSGARANTEN FUER DEN LAUNCH IN DIE NEUZEIT ZU SEHEN IST SCHON SEHR EINFACH GEDACHT. DAS KREATIVE POTENTIAL AUF DIESEM SEKTOR MUSS OFFENTSICHTLICH SEHR GERING AUFGESTELLT SEIN. WIE LANGE WAR ES HER MIT DEM 1/3 MOEBELUMSATZANTEIL. ES IST WOHL MEHR DAS, WAS
VV SCHRADER TESTIERTE:"MANGELNDE STRAHLKRAFT DER MARKE!" DIE WURDE ALLERDING MIT U.A. AUSLAUFSORTIMENTEN GEMINDERT.

Aber warum sollten Verbraucher bei Quelle.de kaufen, wenn es viele Produkte auch bei Amazon gibt - oft sogar günstiger?

„Als junges (JUNG? WAS IST DANN DIE DEFINITION FUER ALT?) Unternehmen haben wir nicht in allen Sortimenten das attraktive Preisniveau unserer Wettbewerber erreicht. Wir sehen mit unseren bisherigen Maßnahmen ganz klar die Tendenz, dass unser Preisniveau sinkt. Um Traffic und damit den Wettbewerb am Produkt zu steigern, werden wir in Offline-Werbung investieren.“
PREIS ALS TRAFFIC-INSTRUMENT? BISHER WAR ICH DER MEINUNG DAS PRODUKTE UND PRODUKTINNOVATIONEN FUER BEGEHRLICHKEIT UND TRAFFIC SORGEN. DER PREIS ALS TRAFFIC-GENERATOR?-HOERT SICH AN WIE EIN DISSERTATIONS THEMA DER NEUZEIT. HIER DANN AUCH UNTER DEM ASPEKT EINES START-UPS MIT URALT IMAGE.

Ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Amazon fehlt dennoch.

„Wir möchten künftig den besten Preis für ein Produkt am Markt bieten und nicht mit Dumping-Preisen werben. Stimmen muss das Verhältnis von Preis und Leistung.
ZUMINDEST DAS IST DAS WUNSCHDENKEN ODER DIE ENTSCHULDIGUNG DER VERLIERER UND DIE BEGRUENDUNG
"... persönliche Beratung am Telefon.“
KOMMT DOCH NUR DEM WETTBEWERB ZU GUTE. PREIS/LEISTUNGS-ARGUMENTE LASSE ICH NUR NOCH FUER PRODUKE GELTEN. DIE UNIQUE SIIND. BERATUNG LEISTET GOOGLE UND DER REST DER DIGITALEN WELT. DA IST KEIN INVESTMENT-BEDARF ERFORDERLICH. ALSO STREICHEN UND DAS PREIS/LEISTUNGSVERHAELTNIS REAL VERBESSERN.


Die Marke ‘Quelle’ hat also nicht ihre Strahlkraft verloren?

„Als Start-up haben wir eine große Nähe zum Kunden. Uns erreichen immer wieder Nachrichten von Nutzern, die sich darüber freuen, dass Quelle wieder am Markt aktiv ist.
BRAVO! ENDLICH EINE QUALITATIVE AUSSAGE DIE SICH AUCH QUANTIFIZIEREN LIESSE. WIEVIELE KUNDEN SIND ES DENN?
Nach wie vor wird ein relevanter Teil unseres Traffics über Kunden generiert, die direkt Quelle.de in Browserzeilen tippen.“
DAS LAESST DANN DOCH HOFFEN.

Aber sind diese Kunden nicht enttäuscht, wenn sie plötzlich bemerken, dass sie gar nicht direkt bei Quelle einkaufen?

„Jeder Händler wird von uns genau geprüft, bevor er auf Quelle.de verkaufen darf. Bereits unsere Auswahl der Handelspartner signalisiert Vertrauen, was unsere Kunden auch sehr schätzen. Das mit der Marke ‘Quelle’ verbundene Kundenvertrauen funktioniert also auch auf unserem Marktplatz.“
FINAL NOCH EINE GUTE NACHRICHT.

WIR WERDEN JA ZEITZEUGEN SEIN, WIE LANGFRISTIG OTTO DIESEN VERSUCH SUBVENTIONIEREN WILL. MEISTENS IST DIE GEDULD IN HAMBURG SEHR BEGRENZT. UND DA MUSS ICH WIEDERUM SAGEN:
OTTO...find ich gut! KEINE ZUKUNFT OHNE GUTE ZAHLEN!

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