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Sturm im Wasserglas? Turbulenzen bei Kaufhof

Sturm im Wasserglas? Turbulenzen bei Kaufhof

„Hudson’s Bay hat große Pläne mit Kaufhof“ – so hieß es bei dem seit knapp 2 Jahren neuen kanadischen Eigentümer der Kölner Warenhauskette. Knapp 200 Millionen Euro will der neue Eigentümer aus Kanada in Deutschland investieren, so sagte es Hudson Bay Company-Vertreter Richard Baker. „Wir sind schnell unterwegs und treiben den Wandel voran“, sprach er und ergänzte: „Auch wenn der Markt schwierig sei, habe sich HBC in Europa kräftiges Wachstum vorgenommen. Innerhalb von 24 Monaten sollen die Umsätze um ein Fünftel klettern.“ Aktuell sieht die Welt eher düster aus. Euler Hermes hat die Kreditlinien für Lieferanten drastisch gesenkt.  Dennoch gibt es einen Treueschwur von HBC zu Europa und Kauf: „Unser Bekenntnis zum deutschen Markt und zu unseren Investitionen in ganz Europa ist stärker denn je“, erklärte HBC-Chef Jerry Storch.

Wie sich die Zeiten ändern. Zuletzt gab es zwischen dem deutschen und dem kanadischen Management von Galeria Kaufhof und Eigentümer HBC Klärungsbedarf. Grund: Der Warenkreditversicherer Euler Hermes hatte seine Kreditlinien für Kaufhoflieferanten um 80 Prozent gekürzt. Und so beginnt das Strudeln. Denn die Absenkung von Garantiezusagen hat zur Folge, dass weitere Warenkreditversicherer ihre Limits für Kaufhof zurückgefahren haben. Dabei handelt es sich um die Obergrenze, bis zu der ein Kreditversicherer von Lieferanten – wie Hersteller von Haushaltsgeräten – das Risiko eines Zahlungsausfalls des Händlers abnimmt. Folge: Die geringeren Limits sind mit einem Misstrauensvotum gleichzusetzen. Das Cash Management steht vor einer größeren Herausforderung. Auch vor dem Hintergrund, wie die SZ meldete, dass sich die Verluste in den ersten fünf Monaten des Jahres auf 47 Millionen Euro im Vergleich zu Vorjahr verdoppelten.

Und wie wir alle wissen, ist jetzt die Zeit, für so wichtige Winter- und Weihnachtsgeschäft zu ordern. Und falls die Spirale sich weiter dreht, werden die Lieferanten momentan skeptisch und unsicher. Das Misstrauen wächst. Um sicher zu gehen, könnte die Lieferanten Vorkasse einfordern.

Und da auch die Hudson Bay Company einen leichten Schlingerkurs verzeichnet und das Management nach einem überraschend hohen Verlust (rund 145 Millionen Euro) bis zu 2.000 Stellen bei HBC einzusparen will, kann kaum einer eine Prognose abgeben, woher die Liquidität kommen soll. So können etwa die Mietlasten für Galeria und HBC ein noch größeres Problem werden. Laut SZ hatten die Kanadier in 2015 nach der Galeria-Übernahme die Mieten für Galeria erhöht, der Tochter im Gegenzug aber „keine adäquate Gegenleistung“ geliefert. Heißt: Die deutschen Banken müssten jetzt also fürchten, zu hohe Kredite gewährt zu haben. Eine spekulative Folge könnte sein, dass die Mietproblematik sogar das gesamte Finanzierungsmodell implodieren lassen könnte. Alles nur Spekulation? Ein HBC-Sprecher widersprach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung: „Wir erfüllen die Anforderungen der Banken.“

Inzwischen fordert die Investmentgesellschaft Land & Building (L&B), die über zirka 5 Prozent der HBC-Aktien verfügt, weitere Investoren auf, Druck auf das Management auszuüben, mit der Forderung, sich aus Europa und gar aus dem Warenhaussegment rauszuziehen. Eine der Forderungen: Verkauf der deutschen Tochter Galeria Kaufhof und Abwahl der meisten Mitglieder des Bord  of Directors  - das meldet das Manager Magazin. Wieviel von alledem Spekulation oder Wahrheit ist, wissen nur wenige. In jedem Fall gilt es, Vernunft walten und Zahlen sprechen zu lassen. Und: Galeria Kaufhof wird gerade durchs Dorf getrieben. HBC-Chef Jerr Storch bringt Ruhe in die erhitzten Gemüter und erklärt: „Unser Bekenntnis zum deutschen Markt und zu unseren Investitionen in ganz Europa ist stärker denn je.“ Warum nicht gleich so? 

Am Rande: Noch Ende Juni wurde gemeldet, dass Galeria Kaufhof seinen Online-Umsatz um 23 Prozent gegenüber Vorjahr steigern konnte. Und deshalb das Unternehmen die Logistikkapazitäten erhöhen muss. Ein 40.000 qm großes e-commerce-Lager soll in Zülpich bei Köln entstehen.

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