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Update: Das war der Drapers Online Fashion Summit in London
Update: Das war der Drapers Online Fashion Summit in London
Über manche Dinge kann man sich nur wundern. Etwa darüber, dass ein Online Fashion Summit ohne Internet-Anschluss funktionieren kann. Jedenfalls sind alle Netze gesperrt, Ansprechpartner für die Passwörter bzw. Codes im Hotel sind ahnungslos. Dennoch war es ein spannender Tag:
- ASOS-Chef Nick Robertson kündigt seine Öffnung als Marktplatz für kleinere Modehändler an. Für sie sei es heute kaum mehr möglich, ohne Millionen-Investitionen zu hohen Besucherzahlen zu kommen. Sogar Unternehmen der Otto-Group - hier spielte er auf Oli an - würden es trotz viel Geld nur auf hintere Ränge schaffen.
- Zusätzlich baut er die Plattform stärker zu einer Marken-Welt aus. Anfangs lagen die Eigenprodukte bei 70 %, heute sind es nur noch 50 %. Die Marken sollen Sortimentslücken schließen, die ASOS einfach nicht mehr füllen kann. Jede Woche stellt das Unternehmen 1000 neue Produkte vor, der Lagerumschlag liegt bei 8-9 Wochen (!). Marken erhalten bald eigene "Shop in Shops" als Alternative zur Kategorien-Suche.
- Das Kinder-Angebot von Little ASOS soll ebenfalls stark Marken-orientiert sein. Eine "Eltern"-Community spart man sich aber. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass man mit Kindern nicht mehr entspannt shoppen könne. Da wolle ASOS eine praktische Lösung für die Eltern sein, aber eben auch für deren Kindermode-Einkäufe.
- Julia Reynolds, seit einem Jahr CEO von Figleaves, berichtet vom Umbau des Dessous-Händlers. Für sie ist entscheidend, in wenigen Augen-Blicken den Kundinnen ein konsistentes Bild und den Push-to-Action zu vermitteln - aber ohne die Preise zu verderben. Visuelle Impulse, Detail-Abbildungen und Beschreibungen werden wichtiger. Bunte Dessous gehen online besser als in Stores.
- Auch figleaves wird stärker auf Eigenmarken setzen. Damit sollen Sortimentslücken geschlossen werden (also genau andersrum als bei ASOS). Die Eigenmarken haben eine Retourenquote deutlich unter dem Schnitt.
- Yoox.com-CEO Federico Marchetti berichtet über die Inszenierung einer Marke "online". Yoox ist zwar als End-of-Season-Verkäufer gestartet, hat aber nie den Anspruch von Qualität und Rarität aufgegeben. Aktuell steht das Unternehmen bei 5 Mio. Visits im Monat. Demnächst wird es mit "yooxygen" ein eigenes Angebot für ökologisch nachhaltige Mode geben.
- Tom Joule berichtet über das dramatische Wachstum seiner Outdoor-Fashion Marke, die inzwischen rd. 30 Mio. Pfund umsetzt und dabei drei Kanäle gleich stark fährt: Jeweils ein Drittel des Umsatzes kommt über Retail, Grosshandel und Direct (Kataloge+Online). Inzwischen wird separat disponiert. Seine Erfahrung: Google ist ein Dschungel. Sobald man nicht alle wesentlichen Keywords in den Verträgen mit Resellern ausschließt, werden diese darauf bieten und das Geschäft schwer machen. Nächster Schritt: Joules startet in einer Woche ein Weblog.
- Und inzwischen scharren die Shopping-Clubs in UK mit den Hufen. Brandalley ist vor einem Jahr gestartet, vor 4 Monaten hat cocosa (Bauer Media) geöffnet. Frances Card, Brand Director von Cocosa, sieht diese Plattform als Test und Master für weitere Communities innerhalb der Bauer Media-Publikationen. Es seien durchaus weitere Shopping-Clubs für Nischen denkbar.
- Am Rande der Tagung sagte mir eine Mitarbeiterin des Outletcenter-Betreibers ValueRetail (u.a. Wertheim, Ingolstadt, Bicester/London), dass man dort nach anfänglicher Sorge keine große Konkurrenz durch Fashion-Communities ala cocosa sieht. Die Nische sei zu klein. ValueRetail will jetzt für seine jeweiligen Villages eine eigene Online-Shoppingwelt schaffen. Warten wir's mal ab - da haben sich auch andere die Zähne dran ausgebissen.
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11.05.2012 09:35
Redaktion Versandhausberater (Bonn/München)03.05.2012 15:05
Redaktion Versandhausberater (Bonn/München)27.04.2012 13:16
Redaktion Versandhausberater (Bonn/München)27.04.2012 11:58
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