Der Versandhaus-Blog von Markus Howest

Auch Online-Pureplayer sind interessiert: Lokaler Marktplatz weiter im Aufwind

18.12.14 von Markus Howest

Es scheint sich zu einem Erfolgsmodell zu entwickeln. Gemeint ist die Online City Wuppertal. Jener lokale Marktplatz, der mit zunächst 25 Einzelhändlern und 300 Produkten erst vor knapp einem Monat (19.11.) gestartet ist, hat die Anzahl seiner Marktplatz-Teilnehmer bereits auf 40 erhöhen können. Tendenz weiter steigend, wie die Händlervereinigung mitteilt. Das Ziel in einem Jahr 60 Einzelhändler unter das Online-Dach zu vereinen, werde voraussichtlich bereits im ersten Quartal 2015 erreicht, so die realistische Prognose der Projektverantwortlichen.

Doch nicht nur Einzelhändler interessieren sich für eine Präsenz auf dem lokalen Marktplatz, auch zahlreiche reine Online Pureplayer mit Sitz in Wuppertal haben ihr Interesse bekundet. Diese müssen allerdings vorerst vertröstet werden, denn um den Kunden auch weiterhin die Wahl zwischein Click & Collect und taggleicher Lieferung anbeiten zu können, muss zunächst ein Ort gefunden werden, an dem die Kunden oder MyCocktail Taxi als lokaler Partner für SDD, die Waren abholen können. 

Dass die Plattform besonders auch als Anstoß für den Multichannel fungiert, zeigen die ersten Erfahrungen der Händler. Sie bestätigen, dass Kunden vor allem über die Online-Plattform animiert wurden, ins stationäre Geschäft zu kommen. Nun arbeitet die Händlervereinigung weiter daran, die Produktauswahl von derzeit über 3000 Produkten sukzessive zu vergrößern.

Zwei Marken gebündelt: Kiveda übernimmt Küchen Quelle

16.12.14 von Markus Howest

Der Online-Küchenspezialist Kiveda feilt weiter an seinem Profil als Multichannel-Anbieter. Nach dem Bezug von Shop-in-Shop-Flächen bei Partner Media-Saturn werden mit sofortiger Wirkung Kiveda und Küchen Quelle als eigenständige Marken unter der Kiveda Holding GmbH gebündelt, teilt der Echtzeit-Küchenplaner mit. Damit deckt der neue Player im Küchenmarkt die vier Vertriebskanäle Online-Bestellung und -Beratung, Küchenfachberatung zuhause und stationärer Handel ab. Möglich wurde das Investment der Holding durch eine erfolgreiche Kapitalerhöhung.

Geplant ist, dass beide Marken weiter eigenständig aber zugleich auch ergänzend im Markt auftreten. Daas Traditionsunternehmen Küchen Quelle bringt allein fünf Megastores und ein fächendeckend arbeitendes Team von mehr als 100 Küchenfachberatern in die Verbindung mit ein. 

Als "eine der letzten großen E-Commerce Chancen in Europa" bezeichnet Julian Strosek, Geschäftsführer von Kiveda, den Küchenmarkt. So ist es zur Folgerichtig, dass der diesjährige Gewinner in der Kategorie "Onlineshop des Jahres" seine Kompetenz im Bereich Onlinevertreib und -beratung weiter ausbaut. Dazu zählt, dass Kiveda zusammen mit dem neuen Partner künftig einen kostenlosen Vorort-Service samt Passgarantie anbieten wird. Ein Angebot, dass sich insbesondere an online-affine Kunden richten wird.

Für Küchen Quelle liegt der Reiz der Liaison darin, von der E-Commerce-Kompetenz des Online-Küchenspezialisten zu profitieren und so die Tür zu neuen Kundengruppen zu öffnen.

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Kontinuität bei Adler: Vorstandschef Schäfer verlängert

11.12.14 von Markus Howest

Der Modehändler Adler setzt bei seinem Weg ins Multichannel-Zeitalter auf personelle Kontinuität. Hierzu hat der Aufsichtsrat den laufenden Vertrag von Vorstandschef Lothar Schäfer (49) einstimmig und vorzeitig bis Ende November 2019 verlängert, teilt der Textileinzelhändler mit. Dies ist insbesondere unter dem Aspekt der anstehenden Umwälzungen in Richtung eines forcierten Online-Geschäts (siehe Ausgabe 46/2014) ein wichtiges Zeichen. Zumal Schäfer, der seit 2009 der Geschäftsleitung von Adler angehört, bereits wichtige Veränderungen wie den Börsengang im Unternehmen begleitet hat. Er wird sich u. a. daran messen lassen müssen, ob er den für 2017 anvisierten Breakeven im Online-Busiiness erreichen wird.

Schäfer wird nach wie vor in seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstands für die Bereiche Strategie, Merger & Acquisition, Einkauf, Marketing und Vertrieb sowie Public Relations zuständig sein.

 

 

Kiveda: Onlineshop des Jahres zeigt auch Offline Flagge

10.12.14 von Markus Howest

Der Echtzeit Küchenplaner Kiveda, der in diesem Jahr auf der Neocom zum Onlineshop des Jahres gekürt wurde, hat seine Präsenz seit zwei Monaten auch auf den stationären Bereich ausgedehnt. In Kooperation mit der Media-Saturn-Holding (MSH) hat der Online-Küchenspezialist im Saturn Pilotmarkt in Ingolstadt eine Shop-in-Shop Fläche bezogen. Dabei handelt es sich um einen Beratungsterminal, vergleichbar einem Check-in Posten am Flughafen, der direkt mit einem Online-Küchenplaner verbunden ist und die begehrte Echtzeit-Planung vornehmen kann. Der Standort sei eine "absolute traffic location", bestätigt Geschäftsführer Julian Strosek auf Nachfrage. Die ersten Wochen des kanalübergreifenden Projekts seien sehr zufriedenstellend verlaufen, so der CEO weiter. Grund genug schon im nächsten Jahr in weiteren Märkten der MSH-Gruppe in anderen Städten Flagge zu zeigen. Immerhin fusst die Kooperation mit MSH ja auf dem Deal, dass die benötigten Elektro-Geräte für die Küche von Media-Saturn geliefert werden.

N Brown: Weniger Umsatz aber gestiegener Online-Anteil

10.12.14 von Markus Howest

Die britsche Versendergruppe N Brown (Marken u.a.: Simply Be, JD Williams, Jacomo) verzeichnet im dritten Quartal (Stichtag 29.11.) des Geschäftsjahres  2014 (endet im März 2015) einen Umsatzrückgang um 2,3 Prozent. Als Grund nennt die Versendergruppe das milde Wetter im September, das zu einem Umsatzrückgang um 10,8 Prozent geführt habe. Erst im Oktober (+ 1,5 Prozent) und im November (+ 3 Prozent) konnte der Nachfrageeinbruch gestoppt werden.

Insgesamt zeigen sich die Verantwortlichen zufrieden, zumal das Ziel sich mehr und mehr zum Multichannel Retailer zu entwickeln klar definiert sei. Die entsprechenden Veränderungen würden kontinuierlich vorangetrieben, teilen die Briten mit. Erste Erfolge kann die Versendergruppe bereits vermelden: zur Steigerung des Kundenerlebnisses wurde die E-Commerce Plattform relauncht. Die Folge: Das Online-Geschäft konnte ein deutliches Wachstum verzeichnen und seinen Anteil auf jetzt 60 Prozent des Gesamtumsatzes verbessern.

Replatforming: Marc O'Polo macht E-Shop crosschannel-fähig

08.12.14 von Markus Howest

Der Fashion-Anbieter Marc O'Polo hat seine E-Commerce Plattform in sieben Ländern und vier Sprachen einem gründlichen Relaunch unterzogen. Herausgekommen ist eine Plattform, die mit ihrer verbesserten Navigation, mit Responsive Design für den Einkauf über alle Endgeräte, der geringeren Ladezeit und der Verknüpfung von On- und Offline-Verfügbarkeiten von stationären POS und Onlineshop gut gerüstet ist für das Crosschannel-Geschäft.

Das besondere an dem Umbau: Er erfolgte mittels agiler Herangehensweise. Bereits in der Discovery-Phase arbeiteten die beteiligten Akteure eng zusammen. Mit dem Vorteil, dass schon nach 30 Tagen mit der ersten Software-Entwicklung für den neuen Shop gestartet werden konnte, bestätigt Markus Cansever, der das Projekt auf Seiten der beauftragten Fullservice Digitalagentur Valtech gesteuert hat. Zudem konnte flexibel und schnell auf veränderte Anforderungen reagiert werden. 

Das Ziel des Mode-Anbieters "eine über alle Kanäle durchgängige Brand- und Shopping-Experience zu schaffen", scheint damit fürs erste realisiert. Gleichwohl gehe die Arbeit an der Erweiterung des Multichannel-Auftritts per agiler Methode weiter, bestätigt Dr. Felix Kreyer, Director Online der Marc O’Polo International GmbH.

Otto Group für Azubi-Initiative mit HR-Excellence Award ausgezeichnet

04.12.14 von Markus Howest

Die Otto-Group wurde für ihre Initiative den Azubi-Nachwuchs erstmals in einem vierwöchigen Bootcamp auszubilden belohnt und erhielt nun den renommierten HR-Excellence Award 2014 des Magazins Human Resources Manager in der Kategorie "Konzerne Learning- und Development Strategie". Damit konnten sich die Hanseaten gegen die Mitbewerber Telekom und Bertelsmann durchsetzen. 

Am überzeugendsten für die Jury war wohl der Ansatz der Otto-Initiative, der nämlich gerade dort eine Lücke schließt, wo es am meisten hapert: Es fehlt den IT-Auszubildenden oft an Grundwissen und sie sind nicht mit der jeweiligen IT-Landschaft vertraut. Ziel des IT-Bootcamps war es bei den 85 Azubis noch vor dem Start der Berufsschule eine Basis zu schaffen, um praxisorientiertes und essenzielles IT-und E-Commerce-Wissen zu vermitteln. Dies sollte die Auszubildenen motivieren und selbstsicher machen.

Sicher braucht es viel mehr solcher Initiativen, um den dringend benötigten IT- und E-Commerce Nachwuchs auzubilden.

 

 

 

Kisura holt IT-Experten von Rocket Internet als CTO

04.12.14 von Markus Howest

Nachdem im Sommer dieses Jahres erstmals der Breakeven auf Monatsbasis erreicht wurde (siehe Ausgabe 34/2014), schreitet die Personal-Shopping Plattform für Frauen, Kisura, weiter voran auf ihrem Weg zum wichtigsten Curated-Shopping-Anbieter für Frauen in Europa zu werden. Dazu hat die im Mai 2013 gestartete Plattform ihre Führungsriege weiter ausgebaut und  als Chief Technical Officer (CTO)  Mustafa Özyurt mit ins Boot geholt. Er kommt vom Internetinkubator Rocket Internet, wo er als Senior Software Entwickler für die Crowdfunding Plattform Zencap.de zuständig war. Der 35-Jährige E-Commerce-Experte wird bei Kisura künftig insbesondere die technische Infrastruktur der Plattform weiterentwickeln sowie den Ausbau der intelligenten Datenbanktechnologie verantworten, teilt das Berliner Startup mit.

Mit der Verstärkung durch einen hochkarätigen IT-Experten wie Özyurt sieht sich die Plattform gut gerüstet für den weiteren Wachtumskurs. Denn die technologische Infrastruktur sei hierfür von zentraler Bedeutung, wie Tanja Bogumil, Kisura-Mitgründerin und Geschäftsführerin erklärt: "Die Bereitstellung der richtigen Plattform und intelligenter Analyse-Tools für Kunden- und Produktdaten ermöglichen es uns, die Skalierung des Geschäfts voranzutreiben und unsere Kundenanfragen in den nächsten Monaten zu vervielfachen."

Urteil zur Sonntagsarbeit: Sägen am E-Commerce Ast

03.12.14 von Markus Howest

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat in einem Grundsatzurteil die Beschäftigung von Arbeitnehmern an Sonn- und Feiertagen unter anderem in Callcentern als nicht erforderlich eingestuft. Damit haben die Richter eine Verordnung des Landes Hessen gekippt, die seit 2011 weitreichende Ausnahmen vom gesetzlich geschützen arbeitsfreien Sonntag ermöglicht hat. Kirche und Gewerkschaft hatten dagegen geklagt und verbuchen nun in der juristischen Auseinandersetzung einen Etappensieg. Zwar gilt das Urteil nur für Hessen, doch auch in anderen Bundesländern wird per Verordnung Sonntagarbeit ermöglicht, so dass voraussichtlich mit weiteren Auswirkungen bundesweit zu rechnen sein wird. Wie zu erwarten sehen Verbände und Handels-Unternehmen in dem Urteil eine klare Beschränkung des E-Commerce. 

Das faktische Verbot des Betriebs von Callcentern an Sonn- und Feiertagen sei ein Einschnitt für Verbraucher, Arbeitnehmer in der Branche und den Interaktiven Handel, erklärt der BEVH. Die Entscheidung verkenne "die sich stetig verändernden gesellschaftlichen Bedürfnisse und versäumt eine entsprechende Anpassung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen", so der Verband weiter. Es sei ein besonderes Qualitätsmerkal des Online- und Versandhandels, eben nicht an Ladenöffnungszeiten gebunden zu sein. Ein Merkmal, das die Verbraucher besonders schätzen gelernt haben.

Es dem Konsumenten am Sonntag unmöglich zu machen, Fragen auf eigenen Wunsch auch telefonisch zu klären, sei widersinnig und die vom Gericht zugrunde gelegte "synchrone Taktung des sozialen Miteinanders ein tradiertes Bild aus längst vergangener Zeit", kritisiert der BEVH das Urteil. Und weist des weiteren darauf hin, dass die Händler des Interaktiven Handels gerne gute Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Doch durch das Urteil werde ihnen "die Chance genommen, dies parallel zum Branchenwachstum fortzusetzen". Deutsche Callcenteranbieter hätten damit einen erheblichen Wettbewerbsnachteil auf einem ohnehin schon globalen Markt.

Dem gegenüber hält Rechtsanwalt Rolf Becker, der seit mehr als zehn Jahren als Rechtsexperte für den Versandhausberater tätig ist, das Urteil "nicht für überraschend". Dort, wo Unternehmen auch mit ausländischen Anbietern im Wettbewerb stehen, werde man "Arbeitsplätze im Inland abbauen und im Ausland aufbauen". Denn nicht nur der E-Commerce sei lokal ungebunden, sondern auch seine Services. Aus der Sicht Beckers gibt es somit durchaus Ausweichmöglichkeiten. "Ob diese politisch erwünscht sind, ist eine andere Frage", so Becker.

Kooperation mit Spreadshirt: Auf dem Weg zur neuen Weltbild-DNA

02.12.14 von Markus Howest

Auf ihrem Weg zu einem attraktiven Online-Marktplatz hat die Weltbild Gruppe nun einen weiteren Schritt getan. Sie kooperiert ab sofort mit dem Print on Demand-Spezialisten Spreadshirt und will ihren Kunden damit einen "schönen Mehrwert" bieten, wie es Weltbild-Geschäftsführer Sikko Böhm formuliert. Die Idee dahinter: Wer schon auf der Suche nach Büchern und Geschennken ist, wird auch ein offenes Auge haben für die Gestaltung von Produkten und Accessoires ganz nach persönlichem Gusto.

Mag sein, doch die Verbindung zum ureigenen Kerngeschäft von Weltbild erschließt sich dabei nicht auf den ersten Blick. Sicher lassen sich Gedichte und literarische Textpassagen auf T-Shirts und Tassen gestalten, doch mehr eigener Content, wie es das neue Konzept eigentlich vorsieht, ist dies nicht gerade. So zeigt die neue Kooperation, dass es zwar noch ein weiter Weg bis zur eigenen Online-DNA ist. Zugleich ist es aber auch ein beachtlicher Schritt für die Verlagsgruppe, weil sie auf diese Weise das Mehrwert-Potenzial für den Kunden effektiv zu nutzen versteht. Insbesondere auch durch die Wahl eines attraktiven Online-Partners, durch Spreadshirt.

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