... und das hat angesichts der Medienpräsenz von Zalando auch seinen Grund. Soviel Geld kann man kaum in die Hand nehmen, um den Druck zu übertreffen. Auch Mirapodo hat nicht versucht, hier etwas Gleichartiges dagegenzusetzen, sondern zuweilen geschickt mit den Startseiten-Teasern Zalando-Themen aufgegriffen.
Angesichts der vielen Starts im Jahr 2010 lohnt sich mal ein Vergleich, der weniger über den Größenvergleich bei den Marken als über die Services interessant wird. (Bei den Marken hat Zalando den längsten Tail :-)
Die neuen Wettbewerber setzen auf kostenfreie Hin- und Rücksendung ohne Mindestbestellwert. Das gilt für Mirapodo genau wie für Zalando und Sarenza. Spartoo agiert fast gleich, allerdings mit der Einschränkung, dass dies nicht unbedingt für Sale-Artikel gilt. Das Rückgaberecht bei Zalando, Sarenza und Mirapodo liegt bei 100 Tagen, Spartoo schränkt dies auf 30 Tage ein.
Soweit so gut. Fast schon erstaunlich ist, dass die etablierten Versender sich davon in keiner Form haben beeindrucken lassen. Sogar verbundene Unternehmen wie I'm Walking (mirapodo-Schwester im Baur-Konzern) verlangt 6 Euro Versandkosten und räumt Retouren innerhalb von 14 Tagen ein. Stärker hervorgehoben wird das Valuta-Angebot (Zahlpaus). Gebrüder Götz, die immerhin 2009 ca. 80 Mio. Euro machten (80 % davon per Versand), handelt in Sachen Versandkosten und Rückgaberecht vergleichbar. Görtz ebenfalls, und dort liegt der Umsatz, wie jetzt zu hören ist, bei 35 Mio. Euro. Allerdings ist letztere Zahl nicht belastbar, da nur implizit beziffert.
Warum reagieren die etablierten Schuhversender nicht? Zu schwerfällig oder zu sehr den alten Rhythmen und Routinen verhaftet?
Eine Sache fällt mir auf. Nach meinen Informationen liegt die Retourenquote bei Zalando im Schnitt bei 60 %. Bei 100 Tagen Retourenzeitraum (die freilich kaum jemand ausschöpfen dürfte) und gleichzeitig hoher Nachfrage, wäre eine möglichst straffe Rücksendeprozedur das wirtschaftlich einzig sinnvolle. Der Ramschverkauf vor Weihnachten in Berlin, bei dem Zalando mehr als 70.000 Markenartikel verhökern wollte, zeigt vielleicht nur die Spitze des Retouren-Eisbergs.
Alle gelernte Versender-Logik spricht gegen die neuen Angebote. Aber werden die Sarenza, Zalando & Co. diese Logik widerlegen - oder werden innerhalb der kommenden 12 Monate die ökonomischen Zwänge nach der Phase der "Markteroberung" wieder die Regeln diktieren? Ist das überhaupt nach so starker Promotion möglich?




















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