Das Bundesministerium für Wirtschaft und der Lenkungsausschuss des Wirtschaftsfonds haben dem angeschlagenen Konzern beide eine Absage erteilt. Es wird keine Hilfe aus dem Wirtschaftsfonds Deutschland für den Karstadt Mutterkonzern geben.
Bis Freitag haben Karl-Gerhard Eick und sein Vorstand von Zeit weitere Pläne zu schmieden und nach Unterstützern zu suchen. Zu diesem Termin wird eine Kreditlinie von 650 Mio. Euro fällig. Doch die Gläubiger reagieren nicht auf Eicks Hilferufe. Zinsfreistellung sei nur möglich, wenn staatliche Hilfe zugesichert werde. Über einen Antrag auf Rettungshilfe über 437 Mio. Euro wird der interministerielle Bürgschaftsausschuss des Bundes bis Mittwoch beraten. Arcandor wertet dies als positives Zeichen. „Wir setzen unser ganzes Vertauen in die von der Politik ausgestreckten Hand,“ sagt Arcandor-Sprecher Gerd Koslowski.
Auch die Eigentümer geben sich Mühe eine Insolvenz abzuwenden. Die beiden Großaktionäre Sal. Oppenheim und Madeleine Schickedanz stellen eine Kapitalerhöhung um 150 Mio. Euro in Aussicht. Ihren Anteil von ca. 60 Prozent wollen sie selbst tragen, und hoffen nun auf helfende Hände. Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg fordert mehr Unterstützung seitens der Privatwirtschaft. Er drängt die Gespräche zur Fusion von Karstadt und Kaufhof fortzusetzen. Doch auch an dieser Front wird man sich nicht einig. Es bleibt fraglich wie viele Karstadt-Filialen tatsächlich übernommen werden können. Fest steht nur, dass so oder so viel Arbeitsplätze verloren gehen.


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