Der Donnerstag brachte für Quelle die dramatischste Zuspitzung der finanziellen Malaise. Nur über eine am späten Abend erreichte Bürgschaft von Bund und Freistaat Bayern konnte der unmittelbare Finanzbedarf zumindest in Aussicht gestellt werden. Die Banken müssen aber noch ein Konzept dafür entwickeln. Andernfalls: Kein Katalog, keine Ware, kein Betrieb mehr (holzschnittartig formuliert). Doch auch mit dem Kredit ist eine Sanierung der Quelle offenbar schwerer als ersichtlich.
Die Gegenlösung - eine Betriebseinstellung - verbietet sich für den Insolvenzverwalter schon deshalb, weil er Forderungen gegenüber Endkunden in mindestens hoher dreistelliger Millionenhöhe eintreiben müsste - das aber ist aus laufendem Betrieb deutlich einfacher als bei einem nicht mehr bestehenden Unternehmen.
Die Aussichten einer Sanierung allerdings beurteilen viele inzwischen als sehr gering. Sie würde teuer: Hier kann man Otto-Chef Hans-Otto Schrader durchaus glauben, der dies auf der Bilanzpressekonferenz als eigentlich unmöglich bezeichnete. Schließlich weiß Otto, was ihn selbst als direkten Wettbewerber die Umstrukturierung im eigenen Haus kostet. An Geld und Zeit, die die Quelle beide kaum hat.


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