Das Stuttgarter Start-Up Sellaround bietet seit gut einem Jahr eine Lösung an, über die Konsumenten beispielsweise gebrauchte Ware über Mini-Shops verkaufen können. Diese lassen sich als Widgets in Blogs oder das eigene Facebook-Profil einbauen, so dass Verbraucher ihre Artikel einfach in Social Networks anbieten können. Mit der Schweizer Auktionsplattform Ricardo hat Sellaround nun einen prominenten Partner gewinnen können, der die Widget-Software als White-Label-Lösung verwendet. Ab sofort können daher Ricardo- Kunden ihre Produkte nicht nur auf Ricardo.ch anbieten, sondern auch in Mini-Shops woanders im Web. Zusatzkosten entstehen für Verkäufer nicht, Angaben zu Lizenzkosten für Partner macht Sellaround keine. Dennoch dürfte sich die Kooperation für Sellaround rechnen. So kann das Start-Up seine Widget-Lösung nun am Markt positionieren, ohne selbst das eigene Marktplatzangebot Sellaround.net ausbauen zu müssen. Es ist nach aktuellem Stand aber unwahrscheinlich, dass sich der Widget-Verkaufsansatz durchsetzt – auch wenn die ersten Kampagnendaten durchaus vielversprechend ausfallen. eBay beispielsweise hatte bereits vor Jahren ein Shopping-Widget angeboten („eBay to go“), über das Verkäufer ebenfalls ihre laufenden Aktionen in Blogs & Co. bewerben konnten. Durchgesetzt hat sich das Verfahren allerdings bis heute nicht. Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich Nutzer in sozialen Netzwerken nicht in einem Shopping-Modus befinden und daher nur bedingt Lust haben, plötzlich einzukaufen. Die Erfahrung lehrt zudem, dass Social Commerce vor allem dann funktioniert, wenn der Kauf an sich einen sozialen Charakter hat. Gut performen daher beispielsweise Kino-Planer, über die Internetnutzer ihre Freunde einladen und Tickets für einen gemeinsamen Kino-Abend ordern können. Doch der soziale Charakter bei Shop-Widgets besteht nur darin, Artikel an Freunde zu verkaufen. Und wer Freunden immer nur etwas verkaufen will, ist auch im realen Leben kaum erfolgreich.
Social Commerce: Sellaround hofft auf Widget-Web
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- Stephan Meixner
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