Die Idee, aufgrund der Standort-Bestimmung eines GPS-Sensors passende Werbung auf das Handy zu bringen, ist nicht neu. Allerdings durchaus ein spannendes Feld. Nur - was haben Sie als Versandhändler ohne Stores davon?
Zumindest so viel: Die IP-Adresse Ihrer Kunden verrät schon einiges über den Standort des Computers. Ihre Nutzung ist datenschutzrechtlich allerdings umstritten. Als personenbezogene Daten sind IP-Adressen hinsichtlich der Speicherung und Datenzusammenführung geregelt. Obendrein ist die Genauigkeit fraglich, und wer die Animositäten zwischen Köln und Düsseldorf oder Schwaben und Badenern kennt, weiß wie heikel ein Patzer hier ist. Und in Zeiten von Netbooks und iPads mit wechselnden Zugangsdaten ist die IP-Adresse mehr Fluch als Segen.
Sicher ist Ihnen die Nutzung des Ortes möglich, wenn Sie Kunden mit Cookies identifizieren können und dies auch mit seiner Zustimmung machen. Dann ist es nicht schwer, hier etwas mehr Nähe aufzubauen. Die Postleitzahl reicht.
Unser Verlag ist mit Direktmarketing groß geworden. Früher war es nicht möglich, Werbebriefe stark zu personalisieren. Was immer wieder erfolgreich war: Ein Doppelfenster-Briefumschlag. Rechts im Fenster die Anschrift. Links im Fenster ein Teaser, der auf den Wohnort des Adressaten abhob.
Going local mit dem Onlineshop kann ganz einfach sein:
- Binden Sie im Teaser dynamisch eine Aussage wie „Die größte Auswahl von (Sortiment) für (Umkreis der Kunden-Adresse) ein“
- Zeigen Sie Bestseller nicht mehr für den ganzen Shop, sondern nach Region. Das können Sie gut aufbohren und so z.B. lokale Trends abbilden.
- Verbinden Sie eine Standard-Aussage wie „Bis 14 Uhr bestellt, morgen bei Ihnen“ mit einer Ortsangabe.
- Über Google können Sie regionale Informationen beziehen, z.B. zum Wetter. Auch hier ist die dynamische Einsteuerung von Angeboten möglich.
Das ist kein Hexenwerk. Ad-Networks nutzen heute schon die IP-Adresse als Indikator, um z.B. relevante Werbung einzublenden. Bei Otto zeigt die Domain otto.com jeweils IP-gestützt die jeweilige Sprache an. Kurz hinter Aachen findet man dann nur noch holländische Informationen. Es kommt darauf an, diese technischen Möglichkeiten kreativ einzusetzen.

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