Nachrichten aus dem Versandhandel
 (Bild: Sysmat)
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Retouren in Zahlen: Das kosten sie Shops und Umwelt

16.05.2019 - Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel retourniert, so die Einschätzungen von Retourenforschern.

von Sebastian Halm

In Deutschland wurde 2018 im Durchschnitt etwa jedes sechste ausgelieferte Paket (16,3 Prozent) und jeder achte bestellte Artikel (12,1 Prozent) zurückgeschickt, gibt die Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Uni Bamberg an. Die festgestellten Retourenquoten haben sich seit 2014 nicht signifikant verändert, hängen aber weiterhin von der Warengruppe ab.

Ein retournierter Artikel verursacht im Mittel Kosten in Höhe von 11,24 Euro (5,67 Euro Transportkosten + 5,57 Euro Bearbeitungskosten), eine Retourensendung Kosten in Höhe von 19,51 Euro (9,85 Euro Transportkosten + 9,66 Euro Bearbeitungskosten). Als relevanteste Kostentreiber nennen die Teilnehmer die Porto-/Transportkosten (80,9 Prozent), den Wertverlust bei Artikeln, die sich nicht mehr als A-Ware verkaufen lassen (45,5 Prozent), die Sichtung und Beurteilung der Artikel (33,8 Prozent) sowie die Retourenvereinnahmung/Identifikation der Artikel (30,9 Prozent).

Ökologie: Retouren sind auch eine Umweltsauerei

Damit entstehen Gesamtkosten in Höhe von schätzungsweise 5,46 Milliarden Euro, die einerseits die Kunden durch höhere Marktpreise tragen, andererseits die Margen der E-Commerce Händler belasten. Die Umweltwirkung der Retouren beläuft sich 2018 geschätzt auf 238.000 Tonnen CO2-Äquivalente, dies entspricht in etwa der Umweltwirkungen von täglich 2.200 Autofahrten von Hamburg nach Moskau (Annahme: 150 g CO2/km). Der Anteil der Retouren am Gesamtausstoß in Deutschland (laut BMU 906,8 Mio. t CO2) ist trotzdem sehr gering (0,0262 Prozent).

Die mediale Darstellung einer massenhaften Vernichtung von Retouren deckt sich nicht mit den Daten der Forscher, sofern man diese in das Gesamtbild einordnet. Im Mittel wird eine Retoure wie folgt verwertet:

  • Direkter Wiederverkauf als A-Ware (79,0 Prozent)
  • Wiederverkauf als B-Ware (13,0 Prozent)
  • Verkauf an externe industrielle Verwerter (2,1 Prozent)
  • Spenden an gemeinnützige Organisationen (0,9 Prozent)
  • Entsorgung/Verschrottung (3,9 Prozent)
  • Sonstiges (1,1 Prozent)
Die im Markt durchschnittlich eingeräumte Widerrufsfrist liegt mit 28,4 Tagen deutlich über dem gesetzlichen Mindestmaß von 14 Tagen. In den vergangenen Jahren wurde das Retourenmanagement liberaler/kundenfreundlicher (so haben 28 Prozent der Befragten ihre Widerrufsfrist verlängert). Aber: Es deutet sich eine Trendwende im Markt an. Gingen die befragten Händler 2014 noch von einer weiteren Liberalisierung der Rücknahmeregeln aus (plus 0,24), ist diese Einschätzung nun leicht negativ (minus 0,20). In Bezug auf das Retourenmanagement arbeiten besonders viele Händler daran, die Prozesstransparenz für den Kunden zu erhöhen (etwa via Info-Mails).

Erwähnte Unternehmen

retourenforschung.de

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