E-Retailer des Jahres: Gewonnen hat...
Bild: Witt-Weiden
Melanie Plank (40) startete nach einem Dualen Studium ihre Laufbahn bei der Witt-Gruppe. Nach verschiedenen Stationen im Marketing wechselte sie 2011 in den E-Commerce, wo sie 2015 die Bereichsleitung E-Commerce Services und Prozesse übernahm. Auch in ihrer Freizeit liebt sie die Herausforderung bei Alpenüberquerungen per Mountainbike oder auch zu Fuß.

Melanie Plank - "Führen auf Augenhöhe ist entscheidend"

Aus der Shortlist aus 42 deutschsprachigen Top-Fachleuten haben die 76.000 Nutzer von iBusiness, ONEtoONE und Versandhausberater den E-Retailer des Jahres 2020 bestimmt: Melanie Plank, die Bereichsleiterin Service und Prozesse bei der Josef Witt Gmbh aus Weiden. Sie habe es geschafft, die Witt-Gruppe auf dem schwierigen Weg vom klassischen Katalog-Versandhandel hin zu einem Multi-Channel-Unternehmen auf die Überholspur zu befördern. "Dies gelang ihr mit einem klaren Ziel vor Augen, einem von Respekt und Vertrauen geprägten Führungsstil und einer ordentlichen Prise Humor und Pragmatismus", so ihre Nominierungsbegründung. Melanie Plank konnte sich im Experten-Voting in dem hochkompetent besetzten Feld der ERetailing-Fachleute deutlich durchsetzen. Nach dem Gratulations-Anruf war Zeit für ein Interview:


Herzlichen Glückwunsch zur Expertenwahl 'E-Retailer des Jahres 2020'. Was hat Sie besonders gefreut?

Dass ich mich gegen 41 andere Expertinnen und Experten durchsetzen konnte - da waren ja wirklich bekannte Namen dabei!

Dass eine Frau 'E-Retailer des Jahres 2020' geworden ist: Eine ungewöhnliche Überraschung, eine Selbstverständlichkeit oder lange überfällig?

Ich denke, die Gesellschaft und im Besonderen die Berufswelt ist mittlerweile an vielen Stellen so weit, dass Persönlichkeit und Fachwissen zählen, und nicht das Geschlecht. Für mich persönlich ist es natürlich eine tolle Überraschung, gewonnen zu haben!

Wenn Ihre Mitarbeitende von Ihnen sagen, was Sie in den letzten Jahren bei der Witt-Gruppe geleistet haben, sei einfach nur Klasse - was haben Sie richtig gemacht?

Ich bin beherzt meinen Weg gegangen, immer mit der Überzeugung und dem Willen, die Witt-Gruppe fit für die digitale Zukunft zu machen. Dabei habe ich die richtigen Weichen gestellt und ein glückliches Händchen in der Mitarbeiter-Auswahl bewiesen. Ich sehe es als essentiell an, die Schlüsselpositionen mit den richtigen Leuten zu besetzen sowie diese dann zu befähigen, mit ihrem Expertenwissen die gemeinsam erarbeitete Strategie eigenverantwortlich voranzutreiben.

Der Weg der Witt-Gruppe vom klassischen Katalog-Versandhandel hin zu einem Multi-Channel-Unternehmen war in den vergangenen Jahren nicht einfach. Was waren die größten Herausforderungen?

Die größten Herausforderungen waren und sind es immer noch, die über Jahre gewachsenen Systeme und Prozesse auf das digitale Business auszurichten. Dieser Umbau braucht Jahre, man kann nicht früh genug damit anfangen. Natürlich spielen gerade was das Thema Prozesse anbelangt auch immer die Mitarbeiter eine entscheidende Rolle. Hier das nötige Wissen zu vermitteln, an der Haltung zu arbeiten und die Mitarbeiter auf dem Weg der Veränderung mitzunehmen ist meiner Meinung nach eine der wesentlichen Aufgaben heutiger Führungskräfte.

Welche Rolle spielen die einzelnen Kanäle inzwischen?

In den letzten Jahren haben wir eine hervorragende Entwicklung in der Witt-Gruppe verzeichnet. Wir wachsen nicht nur über die digitalen Kanäle - wenn auch hier überproportional - sondern auch weiterhin über unser klassisches Printgeschäft. In manchen Länderaktivitäten können wir bereits einen Online-Anteil von über 50 Prozent verzeichnen... ein toller Erfolg!

Was würden Sie in der Rückschau heute anders machen?

Manche Themen noch früher starten und mehr Gas geben. Wer die digitale Transformation im Marktvergleich am schnellsten meistert, wird am Ende erfolgreich sein.

Welche Pläne haben Sie mit dem Katalog? Sind neue Konzepte wie individualisierte Kataloge per Programmatic Printing für Sie eine Alternative?

Ja natürlich. Ich bin mir sicher, dass auch der Katalog in den nächsten Jahren eine entscheidende Rolle in unseren Geschäftsmodellen spielen wird.

Wie gehen sie diese an?

Daher arbeiten wir parallel auch daran, unsere Katalogkonzepte weiter zu optimieren. Die Print-Anstöße werden im Seitenvolumen schrumpfen und stärker personalisiert werden. Was das Thema Automation in der Katalogerstellung anbelangt sind wir zwar schon maximal automatisiert, werden aber auch weitere technische Entwicklungen und Chancen für uns nutzen.

Wie haben Sie Ihre Mitarbeitenden auf dem Transformationsweg mitgenommen?

Ich hatte das große Glück, meine Mannschaft über die letzten Jahre sowohl quantitativ als auch qualitativ selbst aufbauen zu können. Dabei haben wir immer gemeinsam nach den besten Wegen und Lösungen gesucht. Ein Führen auf Augenhöhe, das Vertrauen schafft, ist dabei für mich entscheidend. Außerdem verleiht der Kulturwandel, den wir in der Witt-Gruppe konsequent vorantreiben, den gesamten Transformationsthemen zusätzlich Rückenwind.

War diese Strategie von Anfang an geplant oder eher Learning by doing?

Wir haben für uns immer eine Vision verfolgt. Dabei aber immer wieder innezuhalten, aus der Vergangenheit zu lernen, nachzujustieren und neue Chancen zu nutzen ist ein Muss in der Schnelllebigkeit des digitalen Business.

Ihnen wird nachgesagt "einen von Respekt und Vertrauen geprägten Führungsstil" zu pflegen. Beissen Sie auch mal in die Tischplatte, wenn intern etwas hakt?

Es wäre gelogen zu behaupten, dass in der Vergangenheit alles so geklappt hat, wie ich mir das vorgestellt habe. Auf dem Weg solch großer Veränderungen erlebt man schon den ein oder anderen Rückschlag. Und wenn es nur darum geht, Skeptiker überzeugen zu müssen oder Themen nicht schnell genug vorantreiben zu können. Mit einer positiven Grundeinstellung und der nötigen Portion Optimismus lassen sich aber auch diese Situationen meistern.

Was würden Sie anderen Entscheidern im Crosschannel-Handel als Tipp für das Jahr 2021 mitgeben? Was ECommerce-Neueinsteigenden?

Am besten noch heute starten. Ich erlebe es immer wieder, gerade bei Neueinsteigern, dass das Thema E-Commerce als Gefahr wahrgenommen wird. Ich kann nur dazu aufrufen, die Möglichkeiten, die einem das digitale Business bietet, konsequent zu nutzen und das Thema E-Commerce als große Wachstumschance zu verstehen. Keiner braucht Angst vor den Themen und Veränderungen zu haben, die da auf ihn zukommen. Beherzt seinen Weg zu gehen, auszuprobieren, zu lernen sowie Gewohntes zu verändern kann wirklich Spaß machen!

Vielen Dank für das Gespräch - und nochmals Glückwunsch zur Wahl zum E-Retailer des Jahres.

Das Interview führte Joachim Graf.

Ein hochkarätiges Bewerberfeld: Platz 2 und 3

Platz 2

Claudia Bolten
Leiterin Marktplatz Management,
real.digital (real.de)

Claudia ist am rasanten Wachstum von Real.de maßgeblich beteiligt. Unüblicherweise besteht ihr Team zur Hälfte aus Frauen.

Platz 3

Sebastian Bomm
Director User Experience & Customer Intelligence, Rose Bikes GmbH

Nachdem Sebastians UX-Agentur vergangenes Jahr von ROSE Bikes übernommen wurde, will er jetzt als Director User Experience & Customer Intelligence den Shop zum Branchenführer in puncto Kundenerlebnis machen. Sebastian steht wie kaum ein anderer in der Branche für die smarte Automatisierung von Kundenprozessen.

Die Josef Witt GmbH ist ein international operierendes Textilhandelsunternehmen mit Sitz in Weiden in der Oberpfalz. Die zur Otto-Gruppe gehörende Witt-Gruppe vertreibt über den Versandhandel, rund 120 Filialen und 18 Online-Shops vor allem Damenoberbekleidung, Wäsche und Heimtextilien und setzt 816 Millionen Euro um. Der Onlineshop Witt-Weiden.de platzierte sich im Onlineshop-Ranking 2020 mit 102,2 Mio. Umsatz auf Platz 75.

 (Bild: HighText Verlag)

In Zusammenarbeit mit dem BEVH und gesponsort durch dotSource hatten die Redaktionen iBusiness, ONEtoONE und Versandhausberater ein öffentliche Voting zum E-Retailer des Jahres 2020 online durchgeführt.

Basierend aus einer von der Jury zusammen gestellten Shortlist von 42 deutschsprachigen Onlineshop-Betreibenden, Versandhandels-Fachleuten und E-Retailern konnten Registrierte ein bis drei Favoriten auswählen, deren Leistung für Sie besonders beeindru­ckend ist und die sie für preiswürdig hielten. Aufgerufen waren unter anderem die 76.000 Registrierten der drei Plattformen. Der Award 'E-Retailer des Jahres' wird jährlich an E-Retailer vergeben, die im deutschsprachigen Europa aktiv sind. Jury-Mitglieder waren 2020 neben Redaktionsmitgliedern unter anderem Christian Otto Grötsch, Gründer und Geschäftsführer DotSource GmbH und Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh).

Gewinne im Wert von rund 15.000 Euro

Unter allen Teilnehmern am Voting zum E-Retailer des Jahres konnten wir Preise im Wert von rund 15.000 Euro verlosen:

  • Jeweils zehn Tickets zur 'Handelskraftkonferenz 2021'; zur Verfügung gestellt von unserem Sponsor dotSource. (Info: Aufgrund Corona unter Vorbehalt stehend)
  • E-Commerce-Studienpakete (je 10x die Studie „Shopping-Apps in Deutschland”, 10x die neue dreibändige Studienreihe „Psychologie im E-Commerce” sowie 10x „7x7 Tipps zur Online-Kundengewinnung”) im Gesamtwert von 8.300,- Euro.
  • 20 ONEtoONE-Crossmedia-Jahresmitgliedschaften im Gesamtwert von 1.500,- Euro
Alle Gewinner sind inzwischen von uns schriftlich benachrichtigt worden. Vielen Dank fürs Mitmachen!

Sponsor:

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Seit 2006 realisiert dotSource erfolgreiche digitale Projekte. Lernen Sie das Erfolgsrezept der Agentur sowie die bedeutendsten Meilensteine der Firmengeschichte kennen: https://www.dotsource.de